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Proteste in Paris und Rom gegen Gewalt an Frauen | BR24

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Zehntausende Menschen haben in Frankreich und Italien gegen Gewalt gegen Frauen protestiert. Zahlreiche Teilnehmer in Paris trugen lila Spruchbänder oder Plakate. Auch in Rom gingen Zehntausende auf die Straße.

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Proteste in Paris und Rom gegen Gewalt an Frauen

Zehntausende Menschen haben in Frankreich und Italien gegen Gewalt gegen Frauen protestiert. Zahlreiche Teilnehmer in Paris trugen lila Spruchbänder oder Plakate. Auch in Rom gingen Zehntausende auf die Straße.

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In Frankreich haben zehntausende Menschen gegen Gewalt an Frauen und Diskriminierung demonstriert. Allein in Paris gingen nach einer von mehreren Medien in Auftrag gegebenen unabhängigen Zählung 49.000 Menschen unter dem Motto #noustoutes ("Wir alle") auf die Straße. Landesweit gab es rund 30 Kundgebungen. Die Teilnehmer wollten unter anderem auf die hohe Zahl sogenannter Femizide aufmerksam machen - also Tötungen von Frauen wegen ihres Geschlechts.

Veranstalter: 150.000 Demonstranten

Die Veranstalter sprachen am Samstag von 100.000 Demonstranten allein in Paris. Es habe sich um den "größten Marsch der französischen Geschichte" gegen sexistische und sexualisierte Gewalt gehandelt, erklärte eine der Organisatorinnen, Caroline De Haas. Landesweit seien 150.000 Menschen auf die Straße gegangen. Zu den Protesten hatten knapp 70 Organisationen, Parteien, Gewerkschaften und Verbände aufgerufen.

Die Kundgebungsteilnehmer in Paris forderten einen besseren Schutz für Frauen. Auf Schildern war unter anderem "Brecht das Schweigen, nicht die Frauen" oder "Aggressoren, Stalker, ihr seid erledigt, die Frauen sind auf der Straße" zu lesen.

Vorwurf des Staatsversagens

In diesem Jahr hat es in Frankreich mindestens 116 Femizide gegeben, im gesamten vergangenen Jahr waren es 121. Experten des Europarats hatten Frankreich in dieser Woche einen Mangel an Schutzunterkünften und zu laxe Gesetze vorgeworfen. Frankreichs Justizministerin Nicole Belloubet hatte das Versagen der öffentlichen Einrichtungen eingeräumt. "Unser System schafft es nicht, diese Frauen zu schützen", sagte Belloubet.

Die französische Regierung will am Montag Ergebnisse eines Runden Tischs gegen häusliche Gewalt vorstellen.

Zehntausende Demonstranten in Italien

Auch in Rom haben mehrere zehntausend Menschen gegen Femizide demonstriert. Der Demonstrationszug, der hauptsächlich aus Frauen bestand, legte am Samstagnachmittag das Zentrum von Rom lahm. Nach Angaben von Frauenorganisationen stirbt in Italien alle 72 Stunden eine Frau durch die Gewalt eines ihr bekannten Mannes, meist des Partners.

Italienische Fußballer malen sich Gesichter rot

Mit roter Farbe im Gesicht haben auch Fußballer und Schiedsrichter in der italienischen Serie A ein Zeichen gegen Gewalt gegen Frauen gesetzt. Die Aktion am 13. Spieltag solle ein Zeichen für die Rechte von Frauen und gegen jede Form der Gewalt bedeuten, teilte die italienische Fußball-Liga mit.

Die Rote Karte ist das Symbol der Aktion. Auch die Spieler von Meister Juventus Turin hatten am Samstag beim 3:1 (0:0) bei Atalanta Bergamo ihre Gesichter mit roter Farbe bemalt.

25.11. Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

Die Demonstrationen fanden im Vorfeld des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen statt, der jährlich am 25. November begangen wird.