Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt
Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt

Brexit-Proteste in London: Hunderttausende auf der Straße | BR24

© BR

Mehr als eine Million Menschen haben nach Veranstalterangaben in London gegen den Brexit demonstriert. Die Organisatoren fordern ein zweites Referendum. Der Druck auf Theresa May wächst.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Brexit-Proteste in London: Hunderttausende auf der Straße

Es waren Hunderttausende, die am Samstag gegen den Austritt aus der EU und für ein neues Referendum protestierten. Dabei gilt ein zweites Brexit-Referendum als unwahrscheinlich. Dennoch war es die wohl größte Demonstration seit Jahren.

Per Mail sharen

Ein Stückchen Deutschland hat es auch auf die Großdemonstration in London geschafft: Ein Karnevalswagen aus Düsseldorf wurde am Samstag durch die Straßen Londons gezogen. Die BBC sprach von rund einer Million Menschen, die ein zweites Referendum und damit auch einen Verbleib des Königreichs in der Europäischen Union forderten. Unter den Demonstranten befand sich aus der Bürgermeister Londons sowie weitere Politikerinnen und Politiker der Opposition.

Gegen den Brexit, für neues Referendum

Sadiq Khan, Bürgermeister der Metropole und Mitglied der Labour-Partei, hatte auf dem Kurznachrichtendienst Twitter zu den Demonstrationen aufgerufen und den Brexit als heilloses Chaos bezeichnet.

Größte Demonstration seit Jahren

Hinter der Demonstration steht die Bewegung "People's Vote", zu Deutsch in etwa: Volksabstimmung. "People's Vote" hatte bereits im Vorjahr zu einer großen Demonstration aufgerufen. Auch ihr waren rund 700.000 Menschen gefolgt. Für die Demonstration am Samstag gaben die Veranstalter die Teilnehmerzahl von einer Million an. So viele Menschen waren nur 2003 auf die Straße gegangen - damals gegen die Teilnahme Großbritanniens am Irakkrieg.

Fahrplan für Brexit

Laut aktuellen Umfragen ist eine Mehrheit der Briten für ein zweites Referendum. Das bedeutet jedoch nicht, dass eine neue Abstimmung auch einen "Austritt aus dem Austritt" nach sich ziehen würde - im Gegenteil. Sollte ein neues Referendum abgehalten werden, könnten die Bürger des Landes, so die BBC, zwischen folgenden drei Optionen wählen: entweder Brexit zu den aktuell mit der EU ausgehandelten Bedingungen oder No-Deal-Brexit (harter Brexit) oder Verbleib in der EU.

Dass ein zweites Referendum abgehalten wird, gilt als unwahrscheinlich, dass es gar zu einem Verbleib des Vereinigten Königreiches in der EU führt, ebenfalls. Denn nach aktuellen Stand sieht der Brexit-Fahrplan Folgendes vor: Für den Fall, dass das britische Parlament kommende Woche dem Austrittsabkommen noch zustimmt, soll es eine Verschiebung des Brexit-Datums bis zum 22. Mai geben. Wenn aber das Unterhaus die Vorlage wieder ablehnt, dann soll es nur eine Verlängerung nur bis zum 12. April geben.

Unklarheit über weiteren Brexit-Fahrplan

Die britische Premierministerin Theresa May stellt diese Abstimmung im Parlament aktuell wieder in Frage: In einem Brief an die Abgeordneten schrieb May, nachdem das Abkommen bereits zweimal abgelehnt worden sei, werde sie den Vertrag nur vorlegen, wenn sich in der nächsten Woche eine ausreichende Unterstützung abzeichne.