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Proteste in Hongkong: Versuchter Sturm aufs Parlamentsgebäude | BR24

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In Hongkong spitzt sich die Lage weiter zu. Nach der Freilassung von zwei Aktivisten hat die Polizei nun zwei pro-demokratische Abgeordnete festgenommen. Zugleich gab es auch heute wieder gewaltsame Proteste - trotz eines Demonstrationsverbots.

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Proteste in Hongkong: Versuchter Sturm aufs Parlamentsgebäude

Zum Jahrestag der Regenschirm-Proteste sind die Demonstrationen in Hongkong erneut aus dem Ruder gelaufen. Es flogen Brandsätze und Steine, es kam zu Verhaftungen und dem Einsatz von Wasserwerfern.

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Die Situation bei den Protesten in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong verschärft sich zusehends: Am Samstagnachmittag haben die überwiegend jungen Demonstranten versucht, das Parlament zu stürmen. Vor dem Parlamentsgebäude versuchten Demonstrationsteilnehmer, Polizeisperren zu durchbrechen. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer gegen die Demonstranten ein, um eine Menge von Demonstranten zurückzutreiben, die sich vor dem Verbindungsbüro der chinesischen Regierung versammelt hatte. Demonstrationsteilnehmer warfen teilweise Brandsätze und Steine auf die Einsatzkräfte.

Im Vorfeld hatten die Festnahmen mehrerer führender Mitglieder der Protestbewegung die Stimmung zusätzlich angeheizt. Zwei bekannte Gesichter der Protestbewegung, Joshua Wong und Agnes Chow, sowie weitere bekannte Aktivisten und der Demokratiebewegung nahestehende Abgeordnete waren verhaftet worden. Daraufhin kamen so viele Demonstranten zur heutigen Großkundgebung zusammen, dass sie mehrspurige Straßenzüge in der Hongkonger Innenstadt komplett blockierten.

Schlagstöcke statt Schirme - Proteste geraten außer Kontrolle

Eigentlich hatten die Behörden im Vorfeld die für heute geplante Großdemonstration verboten. Offizieller Grund für die Absage: Sicherheitsbedenken. Doch trotz des Verbots waren erneut zehntausende Menschen auf die Straße gegangen, um zum fünften Jahrestag des Scheiterns der Wahlreform 2014 mehr Demokratie zu fordern und vor einer wachsenden Einflussnahme Pekings zu warnen. Die Demonstranten trugen teilweise schwarze Kleidung und bunte Regenschirme, um an die so genannten "Regenschirm-Proteste" für mehr Demokratie in der chinesischen Sonderverwaltungszone vor fünf Jahren zu erinnern.

Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer gegen die Demonstranten ein, um eine Menge von Demonstranten zurückzutreiben, die sich vor dem Verbindungsbüro der chinesischen Regierung versammelt hatte. Demonstrationsteilnehmer warfen teilweise Brandsätze und Steine auf die Einsatzkräfte.