Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt
Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt

Proteste in Hongkong: Angreifer beißt Politiker Ohr ab | BR24

© BR

Proteste in Hongkong: Angreifer beißt Politiker Ohr ab

Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Proteste in Hongkong: Angreifer beißt Politiker Ohr ab

Ein Gegner der prodemokratischen Proteste in Hongkong sticht auf mehrere Menschen ein und verbeißt sich in einen lokalen Politiker. In mehreren Einkaufszentren kommt es zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei.

Per Mail sharen
Teilen

Bei Protesten in Hongkong ist es am Sonntag wieder zu Gewalt gekommen. Die Polizei stürmte mehrere Einkaufszentren der Metropole, in denen Aktivisten sich zu Demonstrationen gegen die chinesische Führung versammelt hatten und teilweise randalierten.

Angriff mit einem Messer

Ein schwerer Vorfall ereignete sich vor einem Einkaufszentrum im Osten von Hongkong Island: Nach einem Streit, bei dem es um Politik gegangen sein soll, griff ein Mann mehrere Menschen mit einem Messer an.

Der Hongkonger Fernsehsender TVB zeigte ein Video von dem Streit. Einem pro-demokratischen Lokal-Politiker, der offensichtlich schlichten wollte, biss der mutmaßlich pekingtreue Angreifer ein Teil seines Ohres ab, wie lokale Medien berichten. Er wurde anschließend von Passanten brutal zusammengeschlagen.

50 Verletzte bei Straßenschlachten

Der Vorfall zeigt, wie aufgeladen die Stimmung in der Stadt ist. Die Hongkonger Polizei verhinderte mehrere Kundgebungen pro-demokratischer Aktivisten, die sich unter anderem in Einkaufszentren versammelt hatten und teilweise randalierten.

Auch Samstag gab es heftige Ausschreitungen im Zentrum der chinesischen Sonderverwaltungsregion. Bis weit in die Nacht lieferten sich gewaltbereite Demonstranten und Polizisten Straßenschlachten nach einer nicht genehmigten Demo. Mehr als 50 Menschen wurden verletzt, rund 200 nahm die Polizei fest.

Lam reist nach Peking

Unterdessen wird die Hongkonger Regierungschefin Carrie Lam außerplanmäßig in Peking erwartet. Dort trifft sie sich am Mittwoch mit dem stellvertretenden chinesischen Premierminister Han Zheng, der innerhalb der Staats- und Parteiführung für Hongkong-Fragen zuständig ist. Worum es konkret geht, ist unklar. Die Staats- und Parteiführung hat zuletzt deutlich gemacht, dass sie sich ein härteres Vorgehen gegen die Proteste wünscht.

Seit fünf Monaten wird in der ehemaligen britischen Kolonie Woche für Woche demonstriert. Auslöser war ursprünglich ein inzwischen zurückgezogenes Gesetz, dass es möglich machen sollte, Verdächtige auch nach Festlandchina ausliefern zu können. Mittlerweile richten sich die Proteste generell gegen die Hongkonger Regierung und den wachsenden Einfluss der Zentralregierung in Peking.