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Proteste in Hong Kong gehen weiter - Zwei Deutsche verhaftet | BR24

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Regierungskritische Studenten haben sich seit Tagen in mehreren Universiäten in Hongkong verbarrikadiert. Beobachter befürchten eine weitere Eskalation der Gewalt.

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Proteste in Hong Kong gehen weiter - Zwei Deutsche verhaftet

Die Demonstrationen in Hongkong gehen weiter. Die Protestierenden fordern freie Wahlen und eine unabhängige Untersuchung mutmaßlicher Polizeigewalt gegenüber Demonstranten. Zwei deutsche Studenten wurden dabei festgenommen.

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In Hongkong gehen die Proteste unvermindert weiter. Demonstranten legten erneut ganze Straßenzüge durch Blockaden lahm, Schulen bleiben geschlossen. Am Donnerstag starb ein 70-jähriger mutmaßlich durch Gewalt von Demonstranten.

Gewaltbereiter Widerstand

Der 70-Jährige soll durch einen Ziegelstein am Kopf getroffen worden sein, das war auf Videos in sozialen Netzwerken zu sehen. Nach Medienberichten soll er mittlerweile seinen schweren Verletzungen erlegen sein. Die Polizei stufte die Tat als Mord ein. Anfang des Monats war ein Student gestorben, nachdem er bei Protesten in einem Parkhaus von einem Stockwerk gestürzt war.

Fast täglich ziehen Demonstranten durch Hongkong und legen die Stadt teilweise lahm. Mittlerweile sollen mehr als 4.000 Menschen festgenommen worden sein. Demonstranten blockierten auch in dieser Woche an mehreren Orten Straßen und Kreuzungen, der U-Bahn-Verkehr wurde massiv gestört, Geschäfte blieben geschlossen. Die umstrittene Regierungschefin Carrie Lam bezeichnet die Demonstranten als "Feinde der Bevölkerung".

Zwei deutsche Studenten in Hongkong festgenommen

Zu der Verhaftung der 22- und 23-jährigen Studenten soll es bereits am Donnerstag gekommen sein. Sie werden verdächtigt, an einer unerlaubten Versammlung teilgenommen zu haben, teilte die Polizei mit. Dem 22-Jährigen wird zudem ein mutmaßlicher Verstoß gegen das Vermummungsverbot vorgeworfen. Die Deutschen würden durch das Generalkonsulat in Hongkong betreut. Unterdessen haben die Niederlande alle Austauschstudenten aufgefordert, Hongkong zu verlassen.

Anfang der Woche war es zu schweren Ausschreitungen an der Hochschule in Hongkong gekommen. Die Polizei feuerte mit Tränengas und Gummigeschossen auf die Demonstranten. In der Uni wurden Barrikaden errichtet. Protestierende hätten auch Steine auf Polizisten geworfen.

Immer wieder kommt es zu Zusammenstößen

Demonstranten in Hongkong haben der Regierung ein Ultimatum gestellt. Sie sollte sich dazu verpflichten, an den für 24. November geplanten Bezirksratswahlen festzuhalten, forderte ein vermummter Aktivist am Freitagmorgen vor versammelter Presse an der chinesischen Universität. Dabei wurde gleichzeitig der Regierung ein Ultimatum bis Freitag gestellt. Bis dahin sollten die Verantwortlichen bestätigen, dass sie an den Bezirksratswahlen festhalten. Nachdem die Frist verstrichen war, blockierten die Demonstranten unter anderem auch wieder die wichtige "Tolo-Autobahn". Kilometerlange Staus waren die Folge. Die Regierung hatte eine Garantie, die Bezirksratswahlen abzuhalten, nicht geben wollen, wenn die Lage weiterhin so unsicher bleibe. Die Bezirksratswahlen gelten als öffentlicher Stimmungstest in der halbautonomen Sonderverwaltungszone. Aktivisten befürchten, dass die Regierung die eskalierende Gewalt als Vorwand für eine Absage der Wahlen nutzen könnte.

Angriff auf Honkongs Justizministerin in London

Teresa Cheng Yeuk-wah, Hongkongs Justizministerin, ist von Dutzenden China-Gegnern und Unabhängigkeitsbefürwortern umringt und attackiert worden, teilte die chinesische Botschaft in London am Freitag mit. Sie sei zu Boden gestoßen worden und habe eine Handverletzung erlitten. Scotland Yard bestätigte, dass eine Frau am Donnerstagabend mit Verletzungen am Arm ins Krankenhaus gebracht wurde, äußerte sich aber zum Hergang des Vorfalls zurückhaltend. Die Ermittlungen zu den Hintergründen dauerten an, hieß es. Festnahmen habe es keine gegeben. Berichten zufolge war Cheng Yeuk-wah auf dem Weg zu einer Veranstaltung, als sie von einer Gruppe lautstarker Demonstranten umringt wurde.

Proteste lassen nicht nach

Seit Juni gehen immer wieder Hunderttausende auf die Straße. Sie kämpfen für Demokratie in der chinesischen Sonderverwaltungszone und um die Absetzung der prochinesischen Regierung. Begonnen hat alles durch einen Gesetzentwurf, der die Auslieferung von Beschuldigte an China ermöglichen sollte. Er wurde mittlerweile zurückgezogen. Doch die Demonstranten sehen auch allgemeine Freiheiten gefährdet, die die ehemalige britische Kronkolonie seit der Übergabe an die Volksrepublik China 1997 genießt. Sie kritisieren den wachsenden Einfluss Chinas auf Hongkong.

© dpa/pa, Geisler-Fotopress

Proteste in Hongkong