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Proteste gegen Urteil: Weitere Krawallnacht in Katalonien | BR24

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Die Proteste gegen das Gerichtsurteil von neun katalanischen Separatistenführern reißen nicht ab. In der Nacht kam es erneut zu Zusammenstößen zwischen den Demonstranten und Polizisten - aller Aufrufe zum Gewaltverzicht zum Trotz.

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Proteste gegen Urteil: Weitere Krawallnacht in Katalonien

Bei den Protesten gegen das Gerichtsurteil für katalanische Separatistenführer hat es erneut schwere Ausschreitungen gegeben - aller Aufrufe zum Gewaltverzicht zum Trotz. Heute soll es zu einem Generalstreik kommen.

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Die Proteste in Katalonien gegen die Verurteilung von neun Separatistenführern zu langjährigen Haftstrafen reißen nicht ab. Am Abend setzten Anhänger der Unabhängigkeitsbewegung im Zentrum der katalanischen Hauptstadt Barcelona erneut unter anderem Müllcontainer sowie Tische und Stühle von Straßencafés in Brand. Vereinzelt kam es zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei. Die Beamten wurden mit Steinen und Böllern beworfen, wie spanische Medien berichteten.

Verhindern konnte die Polizei Zusammenstöße zwischen den Separatisten, die nach Unabhängigkeit für die wirtschaftlich starke Region im Nordosten Spaniens streben, und Rechtsradikalen, die eine Gegenkundgebung veranstalteten. Nach Schätzungen des spanischen Fernsehens waren auch nach Mitternacht in Barcelona noch viele Tausend Unabhängigkeitsbefürworter unterwegs. Demonstrationen gab es am Donnerstag auch in anderen katalanischen Städten, darunter in Girona und Lleida.

"Das muss sofort aufhören"

Es war bereits die vierte Nacht in Serie mit Straßenprotesten und Ausschreitungen, nachdem das Oberste Gericht in Madrid am Montag neun Separatistenführer zu Haftstrafen von bis zu 13 Jahren verurteilt hatte. Neben friedlichen Kundgebungen Tausender Unterstützer einer Abspaltung der Region kam es auch immer wieder zu Krawallen mit Dutzenden Verletzten und Festnahmen.

Am Freitag wollen die Separatisten Katalonien mit einem Generalstreik lahmlegen. In Barcelona wurden Tausende Teilnehmer zu "Märschen für die Freiheit" erwartet, die sich in den vergangenen Tagen in fünf Städten der Region auf den Weg dorthin gemacht hatten.

Separatistischer Regionalpräsident kritisiert erstmals Gewalt

Der separatistische Regionalpräsident Quim Torra hatte die Gewalt in der Nacht zum Donnerstag erstmals kritisiert. "Das muss sofort aufhören. Es gibt weder einen Grund oder eine Rechtfertigung dafür, Autos in Brand zu stecken, noch für andere vandalische Aktionen", sagte er in einer vom Fernsehen übertragenen Erklärung.

Die sozialistische Zentralregierung von Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez wies die Forderungen konservativer Kräfte zurück, Katalonien erneut unter Zwangsverwaltung zu stellen, wie es schon nach dem Unabhängigkeitsreferendum vom Herbst 2017 geschehen war.