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Proteste gegen Polizeigewalt: Wisconsin verhängt den Notstand | BR24

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Der Gouverneur des US-Bundesstaats Wisconsin will wegen der Proteste gegen Polizeigewalt und Rassismus die Präsenz der Nationalgarde verstärken. Er verhängte den Notstand. Die Mutter des Opfers rief dazu auf, friedlich zu bleiben.

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Proteste gegen Polizeigewalt: Wisconsin verhängt den Notstand

Der Gouverneur des US-Bundesstaats Wisconsin will wegen der Proteste gegen Polizeigewalt und Rassismus die Präsenz der Nationalgarde verstärken. Er verhängte den Notstand. Die Mutter des Opfers rief dazu auf, friedlich zu bleiben.

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Nach teils gewaltsamen Protesten gegen Polizeigewalt und Rassismus in den USA hat der Gouverneur von Wisconsin, Tony Evers, in der Stadt Kenosha den Notstand ausgerufen. Zudem kündigte er an, die Präsenz der Nationalgarde zu erhöhen.

Die "New York Times" berichtet unter Berufung auf Sicherheitskräfte, bei den Protesten sei es zu einer Schießerei gekommen. Ein Mensch sei getötet und mehrere Personen verletzt worden.

Gouverneur appelliert an Demonstranten

Evers rief die Demonstrantinnen und Demonstranten dazu auf, friedlich zu bleiben. Bereits in den vergangenen Nächten war es zu Ausschreitungen gekommen. Autos und Gebäude wurden angezündet.

Hintergrund der Proteste ist ein mutmaßlicher Fall von Polizeigewalt in Kenosha am Sonntag. Ein Polizist hatte dem Schwarzen Jacob Blake mehrmals in den Rücken geschossen. Auf einem Video ist zu sehen, wie Blake zu seinem Auto geht, gefolgt von zwei Polizisten mit gezogenen Waffen. Eine der Waffen ist auf seinen Rücken gerichtet. Als Blake die Fahrertür öffnet und sich ins Auto beugt, fallen Schüsse aus nächster Nähe.

Gouverneur Evers steht in der Kritik

Nach Angaben seiner Familie ist Blake durch die Schüsse von der Hüfte abwärts gelähmt. Zudem wurden Teile seines Dickdarms und Dünndarms entfernt. Blakes Mutter Julia Jackson hat auf einer Pressekonferenz in Kenosha das Ende von Rassismus in den USA gefordert. "Ich wende mich an alle, egal ob weiß, schwarz, japanisch, rot, braun. Niemand ist dem anderen überlegen", sagte sie. Zudem appellierte sie an die Demonstrantinnen und Demonstranten, friedlich zu bleiben.

Gouverneur Evers steht unter verstärktem Druck aus Washington. Der Vize-Heimatschutzminister, Ken Cuccinelli, bemängelte das Krisenmanagement des Demokraten. "Ich stelle infrage, ob er genug unternimmt - und ausreichend schnell", sagte er dem TV-Sender Fox News. Auch US-Präsident Donald Trump forderte Evers in einem Tweet dazu auf, das "Problem schnell zu beenden".

Am Freitag Marsch gegen Polizeigewalt geplant

Die genauen Hintergründe der Tat sind immer noch unklar. Offenbar wollte Blake einen Streit schlichten, als die Polizei eintraf. Die beteiligten Beamten wurden suspendiert. Das Justizministerium von Wisconsin soll den Vorfall untersuchen.

Seit Ende Mai gibt es in den USA landesweit Massenproteste gegen Rassismus und Polizeigewalt. Auslöser war der Tod des unbewaffneten Schwarzen George Floyd nach einem brutalen Polizeieinsatz in der Stadt Minneapolis im Bundesstaat Minnesota. Für Freitag ist in der Hauptstadt Washington ein großer Marsch gegen Polizeigewalt gegen Schwarze geplant.

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Zehntausende Menschen in den USA gehen auf die Straße, um gegen Rassismus zu demonstrieren. So schlimm wie in den USA ist die Lage in Deutschland zum Glück nicht - aber auch hier ist Rassismus ein Thema.