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Protest gegen Labour-Chef - Sieben Abgeordnete verlassen Partei | BR24

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Aus Protest gegen den Führungsstil des britischen Labour-Chefs Jeremy Corbyn sind sieben Mitglieder aus der Partei ausgetreten.

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Protest gegen Labour-Chef - Sieben Abgeordnete verlassen Partei

In Großbritannien sind sieben Abgeordnete aus der oppositionellen Labour-Partei ausgetreten. Sie begründeten ihren Schritt unter anderem mit dem Umgang von Parteichef Jeremy Corbyn mit dem Brexit und mit Antisemitismus-Vorwürfen.

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Aus Protest gegen den Führungsstil des britischen Labour-Chefs Jeremy Corbyn sind sieben prominente Mitglieder aus der Partei ausgetreten. Sie kritisieren vor allem den Brexit-Kurs und den Umgang mit antisemitischen Tendenzen in der größten Oppositionspartei. Besonders hart dürfte die Sozialdemokraten der Rücktritt des charismatischen Abgeordneten Chuka Umunna treffen. Er gilt als Jungstar seiner Partei und führt eine Gruppe an, die ein zweites Brexit-Referendum fordert. Umunna verurteilte die altmodische Politik und lud andere Politiker, die die politischen Werte der neuen Gruppe teilten, sich ihnen anzuschließen. Die Abgeordneten Umunna, Luciana Berger, Ann Coffey, Angela Smith, Chris Leslie, Mike Gapes und Gavin Shuker wollen im Unterhaus nun eine eigene Fraktion bilden und nennen sich "Die Unabhängige Gruppe".

"Die Politik in Großbritannien ist kaputt"

Umunna, der als möglicher Nachfolger von Corbyn gehandelt worden war, sagte, die Politik in Großbritannien sei "kaputt". "So muss es nicht sein", fügte er hinzu. "Wenn Sie eine Alternative wollen, helfen Sie uns dabei, sie aufzubauen." Berger, die jahrelang Opfer antisemitischer Angriffe war, sagte, der Parteiaustritt sei für sie eine "sehr schwere, schmerzhafte, aber nötige Entscheidung" gewesen. Die Labour-Partei sei "institutionell antisemitisch" geworden. Sie habe sich zuletzt dafür "geschämt", der Partei anzugehören. Die Abspaltung wird als Symptom für eine größere Krise des britischen Parteien-Systems gewertet.

Kritik an Corbyn

Die Meinungen über Corbyn, der auf Neuwahlen setzt, gehen stark auseinander. Viele werfen dem Alt-Linken vor, im Streit um den EU-Austritt zu lange keine klare Position bezogen zu haben. Ihm wird Mangel an Enthusiasmus für die EU vorgeworfen. Kürzlich stellte Corbyn Premierministerin Theresa May die Unterstützung seiner Partei in Aussicht, falls sie beim Brexit eine Zollunion und eine Anbindung an den EU-Binnenmarkt akzeptiere. May lehnte dies strikt ab. Großbritannien will die Europäische Union in knapp sechs Wochen - am 29. März - verlassen. Parteichef Corbyn zeigte sich enttäuscht" über die Entscheidung der Abgeordneten und rief zum Zusammenhalt auf, der heutzutage wichtiger sei als je zuvor.

Antisemitismus in der Labour-Partei

In der Labour-Partei wird seit Monaten über Antisemitismus in den eigenen Reihen debattiert. Corbyn hatte im August eingeräumt, dass Labour ein "echtes Problem" mit Antisemitismus habe. Dem Palästina-Aktivisten wurde auch selbst immer wieder Antisemitismus vorgeworfen. Im November nahm die britische Polizei Ermittlungen wegen des Verdachts "antisemitischer Hassverbrechen" in der Labour-Partei auf.