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Prognose: Polens Präsident Duda muss in Stichwahl | BR24

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In Polen hat Amtsinhaber Duda die erste Runde der Präsidentschaftswahlen gewonnen. Allerdings verfehlte er die absolute Mehrheit. In einer Stichwahl trifft er auf den Zweitplazierten, den liberalen Warschauer Bürgermeister Trzaskowski.

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Prognose: Polens Präsident Duda muss in Stichwahl

Bei der Präsidentenwahl in Polen hat der nationalkonservative Amtsinhaber Duda nach ersten Prognosen die absolute Mehrheit verpasst. Er muss sich nun in zwei Wochen einer Stichwahl gegen den oppositionellen Kandidaten Trzaskowski stellen.

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Amtsinhaber Andrzej Duda hat Prognosen zufolge die erste Runde der Präsidentschaftswahl in Polen gewonnen, aber die absolute Mehrheit verpasst. Bestätigen sich die Zahlen, muss er am 12. Juli in eine Stichwahl gegen den Warschauer Bürgermeister Rafal Trzaskowski. Dieser kam laut einer Prognose des Meinungsforschungsinstitut Ipsos auf 30,4 Prozent, Duda auf 41,8 Prozent.

Die Präsidentenwahl wurde als Stimmungstest für die nationalkonservative Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) gewertet, die in Polen nahezu über ein Machtmonopol verfügt und auch Präsident Dudas Kandidatur für eine zweite fünfjährige Amtszeit unterstützte.

Hohe Wahlbeteiligung

Die Wichtigkeit, die die Menschen im politisch tief gespaltenen Polen der Wahl zumaßen, war auch an der hohen Wahlbeteiligung zu erkennen. Trotz Corona-Ängsten war sie am späten Nachmittag mit 47,89 Prozent so hoch wie noch nie in der 30-jährigen Geschichte der Demokratie in Polen, wie die Wahlkommission mitteilte. An vielen Wahllokalen bildeten sich lange Schlangen.

Ursprünglich war die Wahl schon für den 10. Mai geplant, aber wegen der Corona-Krise galt die Abstimmung als zu riskant. Die PiS, die Duda unterstützt, hatte trotz Pandemie versucht, den ersten Termin beizubehalten.

In einer Stichwahl hätte Duda es laut Umfragen schwerer, da sich viele Stimmen der Opposition wohl hinter seinem Gegner versammeln würden. Obwohl der öffentlich-rechtliche Rundfunk sich nach Ansicht vieler Kritiker und NGOs dezidiert hinter Duda gestellt hatte, bröckelten zuletzt seine Umfragewerte. Grund dafür war vermutlich, dass die anderen Präsidentschaftskandidaten nach der Aufhebung von Corona-Beschränkungen wieder Wahlkampf machen konnten.

Polen kam in der Corona-Pandemie bisher vergleichsweise gut weg. Bis Sonntag wurden fast 34.000 Corona-Fälle bestätigt, mehr 1.400 Menschen sind nach einer Infektion gestorben. Die meisten Wählerinnen und Wähler stimmten bei Maskenpflicht persönlich in den Wahllokalen ab. In einigen südwestlichen Regionen mit höheren Infektionsraten wurden die Abstimmenden zur Briefwahl angewiesen.

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