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Ein Heizöltank wird befüllt
© pa / dpa / Karl-Josef Hildenbrand
© pa / dpa / Karl-Josef Hildenbrand

Ein Heizöltank wird befüllt

Wenn der Heizöllaster kommt, ist das für manchen Hausbesitzer eine Erlösung, für manchen anderen hingegen so etwas wie eine Niederlage. Thomas Dingler aus Vaterstetten zum Beispiel hat lange gepokert und die Preise beobachtet. Aber jetzt geht es nicht anders, er muss kaufen:

"Wir haben immer gehofft, dass die Preise wieder fallen, aber leider Gottes sind sie in diesem Jahr nur gestiegen. Jetzt mussten wir eben in den sauren Apfel beißen und zumindest 1.000 Liter nachfüllen lassen, damit wir über den Winter kommen..." Thomas Dingler, Vaterstetten

Kräftiger Kostenanstieg für die Kunden

Sein Heizöl bekommt der Hausbesitzer vom Energiehändler Montana, der den südbayerischen Raum beliefert. Hier kostet der Hektoliter momentan rund 100 Euro. Zu Anfang des Jahres lag der Preis noch um die 50 Euro.

Trump und Trockenheit als Preistreiber

Die Ursachen dafür sind zum einen politische Unsicherheiten wie die US-Sanktionen gegen den Iran. Das hat den Rohöl-Preis in den vergangenen Monaten weltweit in die Höhe getrieben. Hinzu kommen regionale Lieferengpässe in Süddeutschland. Die entstehen zum einen dadurch, dass auf dem Rhein seit Wochen Niedrigwasser herrscht und deshalb weniger Öl per Schiff in den Süden kommt. Außerdem macht sich jetzt der Produktionsausfall der Raffinerie in Vohburg bemerkbar. Dort gab es im Sommer eine Explosion und seitdem kann die Raffinerie nicht mehr liefern.

Im Norden ist das Öl billiger

Diese künstliche Verknappung treibe die Preise in Süddeutschland weiter in die Höhe, erklärt Stefan Koburger, der Geschäftsführer von Montana. Das führe beispielsweise dazu, dass der Preis für einen Hektoliter Heizöl in Hamburg gerade um 15 Euro niedriger liege als in München oder Nürnberg - trotz gleicher Weltmarktlage. Das hat der Energiehändler auch noch nicht erlebt. Für seine Kunden hat er folgenden Ratschlag:

"Ich empfehle momentan eher Kaufzurückhaltung. Wer jetzt unbedingt Heizöl braucht, sollte Teilmengen ordern und nicht gleich den ganzen Tank füllen. Es lohnt sich, die Preise weiter zu beobachten. Das regionale Preishoch wird sich mittelfristig auf jeden Fall wieder abschwächen." Stefan Koburger, Geschäftsführer Montana

Hoffnung auf Preisverfall

Der Firmenchef erwartet, dass die Heizölpreise spätestens im nächsten Frühjahr wieder sinken, zumindest was den süddeutschen Raum angeht. Darauf hofft er auch als Energiehändler. Denn wenn die Preise eine gewisse Schmerzgrenze übersteigen, dann kaufen die Kunden wenig - haben dafür aber viele Fragen an ihn und seine Fahrer.