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Wem steht mehr Geld zur Verfügung im US-Präsidentschaftswahlkampf? Trump oder Biden? Und wer investiert mehr davon in Online-Werbung? Eine Analyse des Wahlkampfs auf den beiden Social-Media-Plattformen Facebook und YouTube.

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  • Artikel mit Video-Inhalten

US-Präsidentschaftswahl: So teuer ist der Wahlkampf im Netz

Biden und Trump investieren einen großen Teil ihres Budgets in Werbung auf Youtube und Facebook - nie zuvor wurde in den USA so viel Geld in den Wahlkampf im Netz gepumpt. Denn Wahlwerbung in Sozialen Netzwerken hat einen entscheidenden Vorteil.

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Von
  • Nils Kopp
  • Christine Auerbach

Laut Facebook und Google liegt die Summe der Werbeausgaben von Trump und Biden insgesamt bei mehr als 500 Millionen Dollar. Das Wahlkampfteam von Joe Biden steckt das Geld auf Facebook unter anderem in kurze Clips über den Klimawandel, über Einigkeit im Land, in Statements von Barack Obama, in Ausschnitte aus dem Fernsehduell und den Aufruf: "Geht zur Wahl!"

"Im Moment setzt Joe Biden viel auf Multiplikatoren. Auf Instagram spricht er zum Beispiel mit Influencern über seine politischen Ziele. So kann er das Empathische viel besser ausspielen als bei einfachen Posts auf Social Media." Christian Fahrenbach, Journalist in New York im Podcast 1 Thema, 3 Köpfe

Bei Donald Trumps Werbeclips auf Facebook steht häufig er selbst im Mittelpunkt: Trump lächelnd am Rednerpult, Trump seinen Wählern zuwinkend, Trump beim Unterzeichnen eines Dekrets oder mit Äußerungen zu seiner überstandenen Covid-19-Erkrankung. In vielen Clips zieht er außerdem über seinen Konkurrenten Biden her: "Sleepy Joe", "Joe Biden ist ein Lügner", "Joe Biden ist korrupt", "Joe Biden ist eine Sumpf-Kreatur".

Inhalte werden passend für die Zielgruppe ausgespielt

Auch bei YouTube investieren beide Kandidaten hohe Summen. Laut Google sind es beim Team Biden gut 80 Millionen Dollar, beim Team Trump 100 Millionen Dollar. Die Inhalte ähneln denen auf Facebook.

Bei beiden Plattformen nutzen die Kandidaten die Möglichkeit des Microtargetings: Sie können Zielgruppen und Bundesstaaten festlegen, für die die Werbung sichtbar wird. Auch Alter und Geschlecht können ausgewählt werden. Zuletzt warben beide Kandidaten vor allem in den sogenannten "Swing States", also Staaten, in denen der Wahlausgang noch sehr unsicher ist, darunter Florida, Michigan oder Pennsylvania.

Plattformen löschen Werbeclips

Bei YouTube gibt es Richtlinien, an die sich Werbetreibende halten müssen. Darin heißt es unter anderem: "Wir möchten nicht, dass Nutzer beleidigt oder verärgert werden." Einige Clips, die von Trumps Team gepostet wurden, haben die Betreiber gesperrt. Auch beim Team Biden musste YouTube bereits eingreifen, allerdings weniger oft.

Facebook lässt Wahlwerbung in der Regel als "freie Meinungsäußerung" durchgehen und sperrt nur zögerlich, so zum Beispiel als Trumps Team in einer Wahlwerbung mit einem Nazi-Symbol vor "linksradikalen Gruppen" warnte. Ein umgedrehtes rotes Dreieck wurde verwendet – ein Symbol, mit dem im Nationalsozialismus Menschen aus der antifaschistischen Bewegung gekennzeichnet wurden.

Twitter lässt keine Wahlwerbung zu, versieht aber immer wieder Tweets von Trump mit Warnhinweisen. User können die Botschaften aber trotzdem weiterhin lesen.

"Ich habe den Eindruck, dass die Maßnahmen gegen Hass und falsche Informationen auf den Plattformen eher kosmetisch sind. Außerdem zu wenig und zu spät. Ich sehe nicht, dass da ein echtes Bewusstsein ist, Lösungen zu finden" Luc Perkins, ehemaliger Mitarbeiter bei Twitter im Podcast 1 Thema, 3 Köpfe.

Wo kommt das Wahlkampf-Geld her?

Donald Trump hat laut dem Internet-Portal OpenSecrects.org ein Wahlkampfbudget in Höhe von 800 Millionen Dollar, davon kommen beinahe 50 Prozent aus Einzelspenden von bis zu 200 Dollar. Rund 50 Prozent kommen von Großspendern.

Biden hat laut dem Portal 1,2 Milliarden Dollar sammeln können, fast 32 Prozent durch Einzelspenden und rund 48 Prozent durch Großspender.

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