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Der Präsident der Mietervereinigung Österreichs, Georg Niedermühlbichler
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Der Präsident der Mietervereinigung Österreichs, Georg Niedermühlbichler

In München liegt die durchschnittliche Quadratmetermiete bei etwa 16 Euro - schöne und gut gelegene Wohnungen können allerdings auch deutlich teurer sein. Blickt man da als Mieter nach ins Nachbarland Österreich, könnte man durchaus neidisch werden: Mehr als 60 Prozent der Einwohner Wiens leben in einer geförderten Wohnung oder in einer, die der Stadt gehört. Die Kaltmieten liegen zwischen sieben und neun Euro pro Quadratmeter.

200.000 Wohnungen im Eigentum der Stadt Wien

Wie hat Wien das geschafft? Der Präsident der Mietervereinigung Österreichs, Georg Niedermühlbichler, spricht im Interview mit der Bayern 2-radioWelt über eine Grundsatzentscheidung, die die Stadt Wien vor langer Zeit getroffen hatte - nämlich die, die etwa 200.000 Gemeindewohnungen in ihrem Besitz nicht zu verkaufen. So kann die Stadt ihren Bürgern kostengünstige und vor allem sichere Wohnungen zur Verfügung stellen.

"Es ist so, dass wir in Wien in der glücklichen Lage sind, nicht zu solchen drastischen Mitteln wie Enteignungen greifen zu müssen. Aber letztendlich ist aus meiner Sicht Wohnen ein Grundrecht."

Enteignungen als letztes Mittel

Für Niedermühlbichler steht fest: "Wenn viele Wohnungen der Spekulation anheim fallen, damit schnelles Geld gemacht wird, wenn sich Menschen Wohnungen nicht mehr leisten können, dann ist aus meiner Sicht die Politik aufgefordert und verpflichtet, Maßnahmen zu setzen, um leistbaren Wohnraum zur Verfügung stellen zu können. Wenn es über diese Schiene geht - Enteignungen - und über keine andere, glaube ich, ist das auch ein Weg."

Letztendlich sei es notwendig und wichtig, so Niedermühlbichler weiter, eine Politik zu machen, die hart arbeitenden Menschen ein würdiges Leben ermöglicht. Die Wohnkosten seien ein wichtiger Teil hiervon. "Daher braucht es bezahlbares Wohnen."