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Präsident Trump vs. Virologe Fauci: Corona als Wahlkampfschlager | BR24

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Sein Corona-Management bleibt Trumps schwächste Flanke im Wahlkampf. Die steigenden Fallzahlen scheinen seinen Kritikern recht zu geben. Der Präsident setzt weiter auf Rückkehr zur Normalität - und diskreditiert seinen Chef-Virologen.

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Präsident Trump vs. Virologe Fauci: Corona als Wahlkampfschlager

Sein Corona-Management bleibt Trumps schwächste Flanke im Wahlkampf. Die steigenden Fallzahlen scheinen seinen Kritikern recht zu geben. Der Präsident setzt weiter auf Rückkehr zur Normalität - und diskreditiert seinen Chef-Virologen Fauci.

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Die Corona-Pandemie ist und bleibt das beherrschende Thema in den US-Medien. Zumindest, wenn man Trump-kritische Sender wie CNN einschaltet. Über 220.000 Menschen sind in den USA bislang an Covid-19 gestorben. Die Infektionsrate zeigt in den meisten Bundesstaaten steil nach oben, täglich werden mehrere Zehntausend Amerikaner positiv getestet. Gemessen an den Bevölkerungszahlen haben die USA nach wie vor weitaus höhere Infektionszahlen als zum Beispiel Deutschland.

Präsident Trump setzt dieser Umstand enorm unter Druck. Womöglich, weil er seine Chancen auf einen Wahlsieg schwinden sieht. Er schlägt um sich und hat seinen Chef-Virologen Anthony Fauci als "Desaster" bezeichnet. Dieser reagierte im Radiosender KNX gelassen auf die Attacke.

Fauci: "Nichts Persönliches, nur Business"

"Viele Bundesstaaten, die ganz gut da standen, verzeichnen jetzt einen Anstieg bei den Corona-Zahlen", sagte Fauci dem Radiosender. "Darauf müssen wir uns konzentrieren." Alles andere sei nur Ablenkung. "Es ist wie im Film 'Der Pate' – nichts Persönliches, nur Business", so Fauci. Er wolle nur seinen Job machen und die Menschen schützen.

Wissenschaftler im ganzen Land sind alarmiert. Michael Osterholm vom Zentrum für Infektionskrankheiten geht davon aus, dass die kommenden sechs bis zwölf Wochen die schwärzeste Phase der Pandemie werden. Präsident Trump jedoch bleibt seinem Kurs treu und redet die Gefahren des Corona-Virus weiterhin klein. Alles halb so schlimm, sagte er auf Fox News. "Wir leben damit und sehr bald haben wir die Impfung", erklärte Trump dort. Mit oder ohne Impfung sei man dabei, die Kurve abzuflachen.

Trump mildert Kritik an Fauci ab

Seine scharfe Kritik an Fauci musste Trump jedoch etwas abmildern, schließlich gehört der Top-Immunologe zu seiner Corona-Task-Force und erscheint als verlässliche Stimme der Wissenschaft in einem seiner Wahlspots. "Er ist ein netter Kerl, aber nicht wirklich ein Teamplayer", sagte Trump über Fauci. "Und er ist Demokrat", so der Präsident.

Was nicht stimmt, denn der 79-jährige Wissenschaftler gehört keiner Partei an. Fauci steht seit 36 Jahren dem Nationalen Institut für Allergien und Infektionskrankheiten vor und hat bereits unter sechs US-Regierungen gearbeitet - inklusive Reagan und den Bushs.

Corona-Pandemie wird zum zentralen Wahlkampfthema

Trumps Herausforderer Joe Biden von den Demokraten dürfte sich in der Zwischenzeit die Hände reiben. Je schneller die Infektionszahlen steigen, desto mehr wird der Umgang mit der Corona-Pandemie zum zentralen Wahlkampfthema.

Zum vorerst letzten Showdown zwischen Joe Biden und Donald Trump kommt es am Donnerstag. Dann treffen die beiden Kontrahenten im TV-Duell aufeinander.

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