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Der amtierende portugiesische Präsident Marcelo Rebelo de Sousa setzt sich eine medizinische Maske auf

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    Portugals Präsident de Sousa offenbar wiedergewählt

    Noch ist es nicht offiziell, aber sehr wahrscheinlich: Der konservative portugiesische Präsident Marcelo Rebelo de Sousa wird Nachwahlbefragungen zufolge im Amt bleiben. Seine sozialistische Kontrahentin landete abgeschlagen auf Platz zwei.

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    Von
    • BR24 Redaktion

    Der konservative Amtsinhaber Marcelo Rebelo de Sousa ist bei der Präsidentenwahl in Portugal nach Medienprognosen schon in der ersten Runde für eine zweite fünfjährige Amtszeit wiedergewählt worden. Nach einer Erhebung des als sehr zuverlässig geltenden staatlichen Fernsehsenders RTP erhielt der konservative Politiker, frühere TV-Journalist und Jura-Professor zwischen 57 und 62 Prozent der Stimmen. Andere TV-Sender und Medien veröffentlichten kurz nach Schließung der letzten Wahllokale ähnliche Zahlen.

    Um eine Stichwahl am 14. Februar zu umgehen, musste der Sieger mehr als 50 Prozent der Stimmen bekommen. Auf Platz zwei kam den Prognosen zufolge die frühere Europaabgeordnete und sozialistische Kandidatin Ana Gomes mit 13 bis 16 Prozent vor dem Chef der rechtspopulistischen Partei Chega! (Es reicht!), André Ventura (neun bis zwölf Prozent).

    Mit ersten aussagekräftigen offiziellen Ergebnissen wird in der Nacht zum Montag gerechnet. Allerdings sagten alle Medien-Beobachter unisono, das feststehe, dass es keine Stichwahl geben werde.

    Wahl in Lockdown-Zeiten

    Die Abstimmung wurde von der dramatischen Zuspitzung der Corona-Krise im EU-Land überschattet. Portugal wurde von Deutschland gerade zum Corona-Hochrisikogebiet erklärt. Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen lag zuletzt bei etwa 750. Das ist einer der höchsten Werte weltweit.

    Wegen der Pandemie hatten zahlreiche Politiker und andere Persönlichkeiten eine Wahlverlegung gefordert. In einer von der Wochenzeitung "Expresso" in Auftrag gegebenen Umfrage hatten sich 57 Prozent für eine Verlegung ausgesprochen. Am Ende gab es aber den Prognosen zufolge eine den Umständen entsprechend relativ gute Beteiligung: Zwischen 45 und 50 Prozent aller Wahlberechtigten strömten demnach zu den Urnen. Das entspricht ungefähr den Werten der Präsidentenwahlen der Jahre 2011 und 2016. In Lissabon und Porto bildeten sich zum Teil sehr lange Schlangen.

    de Sousa gilt als volksnaher Politiker

    Rebelo de Sousa, der seit 2016 im Amt ist, gilt als extrem volksnaher Politiker, der auch als Staatsoberhaupt die Menschen auf der Straße gern umarmt, küsst und tröstet. Und wenn nötig, hilft er auch tatkräftig: Im vergangenen August stürzte sich der drahtige Katholik an der Algarve sogar kurzentschlossen ins Meer, um bei der Rettung zweier Frauen zu helfen, deren Kajak gekentert war.

    Aber nicht nur solche Aktionen sind es, die Rebelo de Sousa Anerkennung und Ansehen verschaffen. Ihm wird zudem hoch angerechnet, dass er als konservativer Politiker die linke Regierung von Ministerpräsident António Costa nicht nur kritisiert und kontrolliert, sondern auch unterstützt. Er legt viel Wert auf die politische Stabilität des Landes. Die Zusammenarbeit zwischen Rebelo und Costa, unter anderem bei der Ausrufung und Ausgestaltung des Corona-Ausnahmezustands, klappte bisher nahezu reibungsfrei.

    Präsident in Portugal kann Veto gegen Gesetze einlegen

    Das Staatsoberhaupt hat im Portugal relativ viel Macht. Der Präsident kann sowohl sein Veto gegen Gesetze einlegen als auch das Parlament auflösen und Neuwahlen ausrufen. Für Portugal war es die zehnte Präsidentenwahl seit der Nelkenrevolution von 1974.

    Zur Stimmabgabe waren insgesamt gut 10,86 Millionen Menschen aufgerufen. Erfasst sind auch die im Ausland lebenden Portugiesen. Das Auswanderungsland, das zuletzt wieder vor wenigen Jahren während der Euro-Krise von Hunderttausenden verlassen wurde, hat deshalb mehr Wahlberechtigte als die circa 10,3 im Land lebenden Bürger.

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