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Polizeigewerkschafter Wendt wird Staatssekretär in Magdeburg | BR24

© Annette Riedl

Rainer Wendt, Bundesvorsitzender der DPolG (Deutsche Polizeigewerkschaft im DBB)

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    Polizeigewerkschafter Wendt wird Staatssekretär in Magdeburg

    Der bisherige Vorsitzende der deutschen Polizeigewerkschaft DPoIG wird Staatssekretär im Innenministerium von Sachsen-Anhalt. Zuletzt war Wendt, der den Verband mehr als zehn Jahre geführt hat, intern unter Druck geraten.

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    Über zehn Jahre stand Rainer Wendt als Vorsitzender an der Spitze der deutschen Polizeigewerkschaft DPoIG. Damit soll es demnächst vorbei sein: Wie am Freitag bekannt wurde, wird Wendt neuer Staatssekretär im Innenministerium von Sachsen-Anhalt. Das teilte die Staatskanzlei in Magdeburg mit. Er wird der Nachfolger von Tamara Zieschang, die im Dezember als Staatssekretärin ins Bundesverkehrsministerium wechselt.

    Wendt stolperte über Besoldungs-Affäre

    Ministerpräsident Reiner Haseloff und Landesinnenminister Holger Stahlknecht (beide CDU) bezeichneten Wendt als "einen der fachkundigsten und bekanntesten Vertreter der Interessen unserer Polizei und engagierten Anwalt für die Sicherheit in unserem Land".

    Wendt ist Mitglied im Bundesvorstand des Deutschen Beamtenbundes und seit 2007 Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft. Im vergangenen Jahr war er in die Schlagzeilen geraten, als bekannt wurde, dass er bis zu seiner Pensionierung im Februar 2017 elf Jahre lang keinen Dienst bei der Polizei verrichtet hatte, aber dennoch bezahlt worden war.

    Bayerische Gewerkschafter stellten sich gegen Chef

    Zunächst hatte die Affäre den NRW-Landtag und dann die Staatsanwaltschaft beschäftigt. Diese stellte fest, dass Wendts Fernbleiben vom Dienst illegal war; es gelang jedoch nicht, Verantwortliche zu ermitteln, die den Prozess gebilligt und vertuscht hatten. Zudem war Wendt 2010 offenbar ohne Rechtsgrundlage befördert worden.

    Ursprünglich hatte der DPoIG-Chef angekündigt, im kommenden Jahr erneut für den Vorsitz der Gewerkschaft zu kandidieren. Das hatte jedoch zu verbandsinternem Protest geführt - vor allem die bayerischen Polizeigewerkschafter hatten sich dagegen ausgesprochen.