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Polizeihund

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    Polizeihunde sollen mehr Rente bekommen

    Sie spüren Sprengstoff auf oder helfen bei der Suche nach Straftätern. Wenn Polizeihunde ihren Dienst nicht mehr machen können, gekommen ihre Halter Geld vom Freistaat. 75 Euro im Monat findet die Deutsche Polizeigewerkschaft jedoch zu wenig.

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    Von
    • Christina Schmitt

    Die meisten Hunde sind etwa zehn Jahre alt oder schwerkrank, wenn sie aus ihrem Dienst für die bayerische Polizei ausgemustert werden. Per Vertrag gibt der Freistaat die Hunde dann ab – meistens in die Obhut der Diensthundeführerinnen und -führer. "Die Tiere haben in den Arbeitsjahren ein enges Verhältnis zu den Beamten aufgebaut", sagt Jürgen Köhnlein von der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) in Bayern, "die Diensthundeführer übernehmen ganz selbstverständlich die Pflege für das Tier."

    Sehr beanspruchte Tiere benötigen mehr Betreuung im Alter

    Nur: Der Hund gehört nach der Ausmusterung nicht mehr dem Freistaat, sondern dem Diensthundeführer. Er trägt dann sämtliche Kosten für das Tier. Als Unterstützung zahlt der Freistaat einen Pflegezuschuss, eine Art Rente für die Polizeihunde.

    Laut Vertrag sind das 75 Euro im Monat. "Das deckt die Kosten für die Pflege des Tiers aber meist nur zu einem kleinen Teil ab", sagt Jürgen Köhnlein. Die Hunde seien durch die Einsätze und das spezielle Training oft so beansprucht, dass sie mit dem Alter beispielsweise Physiotherapie oder eine andere tiermedizinische Behandlung bräuchten – und allein die koste in der Regel mehr als 75 Euro im Monat.

    120 Euro sind oft nicht genug

    "Selbst beim gesunden Hund gehen wir davon aus, dass mindestens 120 Euro erforderlich wären, um die Kosten zu decken", so Köhnlein. Ein Polizeihundeführer, den die Gewerkschaft dem BR als Gesprächspartner vermittelt hat, bestätigt das. Offiziell äußern dürfe er sich zu dem Thema allerdings nicht. Das zuständige Präsidium habe ihm das untersagt.

    Arbeitsgruppe soll Thema bearbeiten

    Das bayerische Innenministerium äußert sich auf BR-Anfrage verständnisvoll: "Insbesondere die Tierarztkosten können (…) durch die körperlich anspruchsvolle Tätigkeit im Dienstzeitraum erheblich steigen und den Beamten somit finanziell stark belasten." Man habe deshalb eine Arbeitsgruppe eingesetzt, um Vorschläge zu erarbeiten.

    Unklarheit über die künftige Hilfe

    Jürgen Köhnlein von der Polizeigewerkschaft begrüßt das, gibt jedoch zu bedenken, das Ministerium wisse schon seit einem Jahr von der Forderung. "Der Innenminister hat uns versichert, dass er sich darum kümmert", sagt er. "Die Entscheidung hat sich sicher auch wegen Corona hingezogen. Aber nun hat man uns versprochen, dass es im ersten Quartal ein Ergebnis gibt", sagt Jürgen Köhnlein.

    Die Antwort des Innenministeriums an den BR klingt allerdings zurückhaltender; von einer definitiven Entscheidung bis März ist hier nicht die Rede, sondern von einem Beschluss "über das weitere Vorgehen", den es "voraussichtlich noch in der ersten Jahreshälfte 2021" geben werde.

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