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Polizei in Bayern nimmt Lkw und Busse unter die Lupe | BR24

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Die Polizei in Bayern will heute verstärkt Lastwagen und Busse kontrollieren. Das Innenministerium hat angekündigt, dass allein entlang der A9 mehrere Kontrollen stattfinden sollen, aber auch an vielen anderen Autobahnen, Bundes- und Landstraßen.

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Polizei in Bayern nimmt Lkw und Busse unter die Lupe

Die Polizei in Bayern will heute verstärkt Lastwagen und Busse und das Verhalten ihrer Fahrer durchchecken. Die Quote der Beanstandungen zeigt, dass regelmäßige Kontrollen dringend nötig sind - während ihre Zahl seit 2013 immer mehr abgenommen hat.

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Wenn die Polizei Lastwagen und Busse herauswinkt und unter die Lupe nimmt, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie auch etwas findet. Dabei geht es nicht nur um Ladung und Verkehrssicherheit der Großfahrzeuge. Beachten die Fahrer die vorgeschriebenen Ruhezeiten? Halten sie genug Abstand zu anderen Fahrzeugen? Fahren sie zu schnell?

Lkw-Kontrolle bei Passau: zwei Drittel Beanstandungen

Schon in der Nacht auf Montag hat die Verkehrspolizei Passau an der A3 bei Neuhaus über fünf Stunden lang 200 Fahrzeuge kontrolliert - bei rund zwei Drittel der Lastwagen gab es Beanstandungen. Meist hat etwas mit den Lenk- und Ruhezeiten nicht gestimmt, die Fahrerkarte hat gefehlt oder die Ladung war nicht ordnungsgemäß gesichert.

Kleintransporter und Sondertransporte im Fokus

Heute will die Polizei vor allem Kleintransporter sowie Tiertransporte, Abfall- und Gefahrgut-Ladungen unter die Lupe nehmen und gegebenenfalls aus dem Verkehr ziehen. Allein entlang der Autobahn 9 finden mehrere Kontrollen statt, aber auch auf anderen Autobahnen, Bundes- und Landstraßen sind Blaulicht und rote Kellen gerade besonders oft zu sehen.

"Die Kontrollen finden im fließenden Verkehr statt", betont ein Polizeisprecher - mit Behinderungen für Unbeteiligte ist daher kaum zu rechnen. Umso mehr mit Bußgeldern für schwarze Schafe: Bei einer ähnlichen Großkontrolle im vergangenen Jahr wurden von 2.000 kontrollierten Fahrzeugen 600 beanstandet.

Die Beamten sind in Zivilfahrzeugen unterwegs. An Haltebuchten und Parkplätzen warten sie mit der entsprechenden Technik, um auch Abstand- und Geschwindigkeit zu messen und die Fahrtenschreiber zu kontrollieren. Außerdem werden technische Mängel untersucht.

Europaweite Kontrollen für mehr Verkehrssicherheit

Bayern beteiligt sich damit an der Aktion von Roadpol, dem europäischen Netzwerk der Verkehrspolizeien. Ziel ist, die Zahl der Unfälle im Schwerverkehr zu senken. Das bayerische Innenministerium verweist für das letzte Jahr auf rund 17.500 Unfälle mit Lastwagen oder Bussen im Freistaat. Dabei seien drei Viertel von den Fahrern verursacht worden: Sei es durch Übermüdung, Ablenkung, zu schnelles Fahren oder zu wenig Abstand zum Vordermann.

Zahl der Kontrollen nimmt ab

Solche Schwerpunkt-Aktionen täuschen ein wenig darüber hinweg, dass die Zahl der Kontrollen in Deutschland eher abgenommen hat - und das bei bei zunehmendem Güterverkehr vor allem auf der Straße. So hat eine parlamentarische Anfrage ergeben, dass die Kontrollen von 2013 bis letztes Jahr um 20 Prozent zurückgegangen sind. Gerade weil es so viele Beanstandungen gibt, fordern Automobilverbände wie der ADAC und zuletzt die SPD mehr Lkw-Kontrollen. Diese Forderungen werden immer dann laut, wenn wieder schwere Unfälle passiert sind - ob mit einem Lkw oder mehreren Beteiligten.

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