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© Sabine Straßer, B5 aktuell, im Gespräch mit Prof. Dr. Ursula Münch
Bildrechte: picture alliance / Eventpress | Eventpress Stauffenberg

Prof. Dr. Ursula Münch zur Wahl in Sachsen-Anhalt

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Politologin zu Sachsen-Anhalt: CDU-Sieg ist Verdienst Haseloffs

Bei der Wahl in Sachsen-Anhalt, konnte Amtsinhaber Haseloff mit der CDU einen klaren Wahlsieg verbuchen. Im Gespräch mit B5 aktuell, hat die Politologin und Direktorin der Politischen Akademie in Tutzing, Ursula Münch, die Ergebnisse analysiert.

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Von
  • B5 aktuell
  • Regina Wallner

Der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff, konnte als Amtsinhaber aus Sicht der Politologin Prof. Dr. Ursula Münch klar punkten, wie sie im Gespräch mit B5 aktuell verdeutlichte. Deshalb hätten ihm so viele Wählerinnen und Wähler Vertrauen geschenkt, um so auch unbedingt einen Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt zu verhindern.

Laut Münch ist dieses klare Votum vor allem das Verdienst von Haseloff und hat nicht sehr viel mit der Bundes-CDU und dem Kanzlerkanidaten der Union, Armin Laschet zu tun. Grundsätzlich gebe ihm und der Partei dieses starke Ergebnis aber Rückenwind für die anstehende Bundestagswahl.

Die AfD landet nach der CDU bei der Wahl mit 20,8 Prozent auf Rang zwei. Sie konnte aus Sicht der Politologin offenbar vor allem bei den jüngeren, den mittelalten und bei den männlichen Wählern punkten.

Große Verlierer sind SPD und Die Linke

Münch sieht die SPD und Die Linke als die großen Verlierer der Wahl in Sachsen-Anhalt. Früher hätte vor allem Die Linke die Interessen der Bürger in Ostdeutschland und damit auch in Sachsen-Anhalt gut vertreten können. Das Vertrauen in die soziale Sicherheit sei ein großes Thema gewesen, mit dem die Partei vor allem in früheren Jahren habe punkten können, so Münch.

Nun mache sich aber immer mehr eine große Unzufriedenheit und die Angst vor Veränderung breit. Es fehle das Interesse an den Bürgern und so seien die schlechten Ergebnisse zumindest teilweise zu erklären.

Ein echtes Debakel sei das Abschneiden der SPD, so Münch weiter. Nach den schlechten Ergebnissen bei der letzten Wahl, musste die SPD dieses Mal ein noch schlechteres Ergebnis hinnehmen. Ein Grund könnte laut Münch sein, dass das Führungspersonal der SPD in Sachsen-Anhalt weitgehend unbekannt gewesen sei.

Ergebnis der Grünen "kein Schaden auf Bundesebene"

Auch die Grünen hatten nicht so gut abgeschnitten wie von der Parteispitze erhofft. Das könne in den kommenden Wochen auch zu Verschiebungen in den Koalitionsverhandlungen in Sachsen-Anhalt führen. Allerdings werde eine Entscheidung zu Gunsten der FDP und gegen die Grünen bei den Verhandlungen kein großer Schaden für die Bundestagswahl sein, so Münch im Interview.

Ein echte Stärkung in Richtung der Wahl im September sei dieses Ergebnis allerdings auch nicht, sagte sie weiter. In den überwiegend ländlichen Strukturen in Sachsen-Anhalt fehle den Grünen das Klientel.

Ob in Sachsen-Anhalt noch vor der Bundestagswahl Ende September eine Regierung zustande kommt, ist im Moment noch offen - aber die Grundlagen dafür sind aus Sicht der Politologin gegeben.

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