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Verkürzung der Quarantäne-Dauer auf zehn Tage geplant | BR24

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Das sogenannte Corona-Kabinett hat nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag weitere Beschlüsse vorbereitet, aber nicht gefällt. Entscheidungen könnte es am 15. Oktober geben.

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Verkürzung der Quarantäne-Dauer auf zehn Tage geplant

Für Reiserückkehrer aus Corona-Risikogebieten soll die Quarantäne voraussichtlich von 14 auf 10 Tage verkürzt werden. Laut Regierungssprecher Seibert soll diese Dauer frühestens nach fünf Tagen durch einen negativen Test beendet werden können.

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Das sogenannte Corona-Kabinett hat bei seinen Beratungen heute in Berlin zwar keine Beschlüsse gefällt, aber Neuregelungen zu Tests und Reiserückkehrern aus dem Ausland vorbereitet. Bund und Länder hatten sich im August grundsätzlich darauf verständigt, konkrete Beschlüsse dazu werden wohl am 15. Oktober fallen, wie Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin sagte.

Bei Einreisen aus Corona-Risikogebieten im Ausland wird die Quarantäne-Dauer laut Seibert voraussichtlich auf zehn Tage festgesetzt. Derzeit beträgt sie 14 Tage. Nach fünf Tagen werde es möglich sein, mit einem negativen Test die Quarantäne zu verkürzen.

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  • Neue Quarantäne-Regeln vorbereitet

    Die Musterquarantäneverordnung, die möglichst bundeseinheitlich einen Regelungsrahmen schaffen soll, wird laut einem Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums derzeit noch erarbeitet. Letztlich bestimmen aber die Bundesländer, wie sie Einreisen aus Risikogebieten handhaben. Und dies, so ergänzte Seibert, gelte auch für Einreisen aus Corona-Hotspots innerhalb Deutschlands.

    Teststrategie und Testpflichtverordnung

    Nach den Worten Seiberts ist das Testausmaß deutlich verstärkt worden. In den vergangenen Wochen seien es mehr als eine Million Tests pro Woche gewesen. Der Bundesgesundheitsminister arbeitet in Abstimmung mit den Ressorts an einer neuen Verordnung. Darin solle das Nebeneinander von Labortest und Schnelltests geregelt werden.

    Die digitale Einreiseverordnung, die ab 1. November geplant ist, soll die Weitergabe der Daten an die Gesundheitsämter verbessern.

    Regierung mahnt erneut zu Wachsamkeit

    Der Regierungssprecher rief angesichts steigender Corona-Zahlen in Deutschland erneut zu Wachsamkeit auf. "Die Dynamik nimmt zu", betonte Seibert. Ziel müsse sein, die Fallzahlen so niedrig zu halten, dass die Gesundheitsämter Infektionsketten nachverfolgen und auch unterbrechen können. Dafür müssten die Regeln konsequent eingehalten werden. Man müsse alles tun, damit Einschränkungen wie im Frühjahr nicht noch einmal nötig werden.

    Was derzeit in Bayern gilt

    Wer sich innerhalb der vergangenen zwei Wochen in einem Risikogebiet aufgehalten hat und nach Bayern einreist, muss sich direkt für 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben. Zudem müssen sich diese Reiserückkehrer beim Gesundheitsamt melden, es sei denn sie haben hat schon eine Aussteigekarte beim Beförderer abgegeben.

    Ausnahmen von der Quarantäne gibt bei einem negativen Corona-Test, wenn er höchstens 48 Stunden vor der Einreise vorgenommen wurde und eine molekularbiologische Testung vorliegt. Wer sich beruflich weniger als 48 Stunden im Ausland aufgehalten hat und keine Symptome aufweist, muss sich nach der Einreise in Bayern nicht in Quarantäne begeben. Für Kurzreisen zu Sport- oder Kulturveranstaltungen gilt diese Ausnahme nicht mehr.

    Wenig Hoffnung für die Reisebranche

    Mittlerweile gelten zahlreiche europäische Regionen als Risikogebiete - auch in den Nachbarländern Deutschlands.

    Die Reiseveranstalter sehen damit einem harten Winter entgegen. "Die Reisewirtschaft steht ohne Ware da, denn für den Winter gibt es derzeit kaum etwas, was verkauft werden kann. Und schon jetzt liegen die Umsätze lediglich bei einem Viertel der Vorjahresumsätze. Besserung nicht in Sicht", sagte der Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV), Norbert Fiebig.

    Fiebig forderte, die Reisehinweise noch detaillierter zu gestalten und auch innerhalb einzelner Regionen zu differenzieren. "Vor Reisen auf alle Kanarischen Inseln zu warnen, wenn lediglich eine der sieben Inseln den kritischen Grenzwert übersteigt, ist (...) in keiner Weise sachgerecht oder maßvoll, sondern ganz im Gegenteil absurd."

    Nur 20 Prozent der Deutschen wollen verreisen

    Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen und zahlreicher Reisewarnungen will ohnehin nur jeder fünfte Deutsche im kommenden Herbst oder Winter verreisen. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur planen acht Prozent eine Reise ins Ausland, zwölf Prozent wollen im Inland Urlaub machen. 66 Prozent haben sich bereits entschieden, den ganzen Herbst und Winter zu Hause zu bleiben. Acht Prozent sind noch unentschlossen, fünf Prozent machten keine Angaben.

    Zum Vergleich: Im vergangenen Herbst und Winter sind noch 41 Prozent der Befragten verreist - 23 Prozent ins Ausland und 18 Prozent innerhalb Deutschlands. 55 verzichteten auf eine Urlaubsreise, vier Prozent machten keine Angaben.

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