Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg (links), Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius
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Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg (links), Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius

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Pistorius bei Großmanöver: Freiheit muss verteidigt werden

Die Bedrohung der Sicherheit sei wieder real. Freiheit müsse im Zweifel verteidigt werden, sagte Verteidigungsminister Pistorius bei einem Besuch der Großübung "Air Defender 2023". Nato-Generalsekretär Stoltenberg sieht das Militärbündnis gestärkt.

Über dieses Thema berichtet: BAYERN 1 am Nachmittag am .

Unter dem Donner der Kampfflugzeuge über den Militärflugplatz Jagel haben Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) und Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg dem militärischen Manöver "Air Defender 2023" am Standort in Schleswig-Holstein einen Besuch abgestattet. Beide sehen das westliche Bündnis mit dieser Großübung deutlich gestärkt. Freiheit und Sicherheit müssten hart erarbeitet und im Zweifel auch verteidigt werden, "weil die Bedrohung unserer Sicherheit wieder real ist", so Pistorius in Jagel, einem Drehkreuz des Manövers.

Stoltenberg: "Wir machen das, um einen Konflikt zu verhindern"

"Air Defender 2023" demonstriere den starken Bund zwischen Europa und den USA, sagte Stoltenberg. Die Übung sende die klare Botschaft, dass die Nato bereit sei, jeden Zentimeter des Bündnisgebietes zu verteidigen. "Wir machen das nicht, um einen Konflikt zu provozieren, sondern um einen Konflikt zu verhindern. Solange jeder möglicher Gegner weiß, dass die Nato insgesamt da ist und schnell mit Luftstreitkräften verstärken kann, wird es keinen Angriff geben", so der norwegische Nato-Generalsekretär.

Pistorius betonte, die Übung sei schon 2018 auf den Weg gebracht worden, vor dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Doch zeigten die Bündnispartner jetzt Verteidigungsbereitschaft. "Russland dürfte eine Menge unternehmen, um zu sehen und zu hören, was hier vor sich geht", sagte Pistorius.

Größte Luftstreitkräfte-Übung seit Gründung der Nato

"Air Defender 2023" ist die bislang größte Verlegungsübung von Luftstreitkräften seit Gründung der Nato. An der Übung nehmen noch bis Freitag unter deutscher Führung 25 Nationen mit 250 Flugzeugen und 10 .00 Soldaten teil.

Mit einem fiktiven Szenario wird im Luftraum über Deutschland trainiert, wie das westliche Verteidigungsbündnis auf den Angriff eines östlichen Bündnisses reagiert und dabei bereits vom Gegner besetzte Gebiete zurückerobert. Über dem Norden Deutschlands wurden aktuell der Kampf gegen gegnerische Flugzeuge, die Evakuierung eigener Bodentruppen sowie sogenannte Luftnahunterstützung trainiert, im Südwesten der Kampf gegen feindliche Luftabwehrstellungen und Kommandoposten - insgesamt mit etwa 200 Übungsflügen. Seit Beginn des Manövers am 12. Juni gab es knapp 1.300 Flüge.

Bislang geringe Auswirkungen auf zivilen Flugverkehr

Die Auswirkungen auf den zivilen Flugverkehr seien bislang geringer als erwartet. Nach Angaben aus der Luftwaffe waren bislang etwa 20 Prozent der festgestellten Verspätungen im zivilen Flugbetrieb auf die Militärübung zurückzuführen, umgelegt auf jeden Flug seien das 15 Minuten.

Mit Informationen von dpa

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