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Mädchen in einer Schulklasse
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Dagmar Pepping
BR24 Redaktion
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Mädchen in einer Schulklasse

Ein neuer Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) belegt einmal mehr die soziale Ungleichheit bei der Bildung. Nur knapp 15 Prozent der Erwachsenen, deren Eltern kein Abitur haben, erreichen in Deutschland ein abgeschlossenes Hochschulstudium. Im Durchschnitt der meisten OECD-Länder sind es immerhin 21 Prozent.

Unterschiede besonders stark bei den Naturwissenschaften

Zwar hole Deutschland seit dem PISA-Schock international auf. Trotzdem sei die Leistungsschere bei Schülern immer noch groß, sagt der Bildungsdirektor der OECD, Andreas Schleicher.

Laut der Studie liegen Kinder aus einkommensschwachen Familien in naturwissenschaftlichen Fächern fast dreieinhalb Jahre hinter Schülern aus sozial starken Elternhäusern zurück. Der Durchschnitt in den 36 OECD-Mitgliedsstaaten liegt bei 3 Jahren.

Auch Erfolge bei der Aufholjagd

Aber die Studie belegt auch: Seit gut zehn Jahren ist der Anteil der Unter-Drei-Jährigen, die eine Kita oder einen Kindergarten besuchen, um 20 Prozentpunkte gestiegen. Und in kaum einem anderen Land ist der Anteil sozial schwacher Schüler mit soliden Leistungen so deutlich gewachsen wie in Deutschland - von 25,2 im Jahr 2006 auf 32,3 Prozent 2015. Der Großteil der jungen Erwachsenen hat Abitur oder einen Berufsabschluss und fast jeder vierte schafft in Deutschland einen höheren Bildungsabschluss als die Eltern.

Soziale Mischung in Schulen wichtig für Chancengleichheit

Eine Möglichkeit, um die Chancengleichheit von Schülern zu erhöhen: eine bessere soziale Mischung in den Klassen. Die Studie zeigt, dass sozial benachteiligte Schüler deutlich bessere Leistungen zeigen, wenn sie nicht benachteiligte Schulen besuchen. Die OECD schlägt deshalb vor, sozial benachteiligte Kinder stärker zu fördern. Insbesondere durch einen besseren Zugang zu frühkindlicher Bildung, etwa in Kitas. Und durch mehr Mittel für benachteiligte Schüler und Schulen, beispielsweise in Brennpunktvierteln. Denkbar wären finanzielle Anreize, wenn Lehrer schwierige Klassen übernähmen.

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Nachrichten vom 23.10.2018 - 12:00 Uhr