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Piraten, Kollisionen, Attacken: Gefahren für Tankschiffe | BR24

© Franz Perc

LPG Tanker Yas Monrovia am Bosporus

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    Piraten, Kollisionen, Attacken: Gefahren für Tankschiffe

    Wenn ein Öltanker seine Reise über die Weltmeere antritt, ist das ein riskantes Unterfangen. Selbst bei ruhiger See drohen unvorhersehbare Ereignisse: Piratenüberfälle, Kollisionen und Attacken aller Art.

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    Nach den Erhebungen des US-Amts für Energiestatistik (EIA) sind ca. 94.000 Frachtschiffe weltweit im Einsatz. 42,5 Prozent des Frachtaufkommens entfallen auf Feststoffe wie Kohle oder Getreide, immerhin knapp 30 Prozent auf Öl und Ölprodukte, weitere knapp 6 Prozent auf Flüssiggas und chemische Produkte.

    Im Schnitt sind laut EIA täglich rund 60 Millionen Barrel Öl und Ölprodukte auf hoher See unterwegs, also gut 9,5 Milliarden Liter.

    Meerengen sind besonders riskante Orte für Öltanker

    Besonders kritisch ist die Passage von Meerengen wie der Straße von Hormus, die immerhin ein Drittel der gesamten weltweiten Öltransporte durchqueren. Hier verlaufen die Frachtrouten für das Öl aus Saudi-Arabien, dem Iran, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Kuwait und dem Irak und für das Gas aus Katar. "Wenn ein solches Nadelöhr auch nur zeitweise verschlossen wird, kann das einen starken Anstieg der Energiekosten nach sich ziehen", heißt es in einem EIA-Bericht von 2017. Das Statistikamt, das dem US-Energieministerium untergeordnet ist, weist auch darauf hin, dass jede Art von Attacken und Unfällen Umweltkatastrophen heraufbeschwören kann.

    Die älteste Gefahr für Frachtschiffe: Piraterie

    Auf die Gefährdung durch Piraten seien die Öltanker in der Regel eingestellt, sagt Alexander Booth vom Marktforschungsunternehmen Kpler. Seeräuberei sei "historisch die größte militärische Gefahr". So sei es vor den Küsten Somalias zur Gewohnheit geworden, in Funksprüchen darauf hinzuweisen, dass bewaffnete Schutzeinheiten an Bord seien, um Piraten abzuschrecken. Dagegen seien Attacken wie die Angriffe im Golf von Oman vom Donnerstag untypisch und "sehr selten".

    Angriffe auf Tanker als Mittel hybrider Kriegsführung

    Angriffe auf Tanker seien geeignet, um einen hybriden Krieg zu führen, erklärt Anthony Cordesman vom Zentrum für Strategische und Internationale Studien (CSIS) in Washington. Statt einen größeren Krieg vom Zaun zu brechen, könnten die Urheber mit sporadischen Attacken die Ölpreise in die Höhe treiben und damit "so etwas wie einen Abnutzungskrieg führen".

    Erhöhtes Risiko der Kollisionen mit Öltankern auf See

    Die Sanktionen der USA gegen den Iran haben noch ein weiteres Risiko für die Schifffahrt mit sich gebracht. Um der Überwachung der Öllieferungen zu entgehen, schalteten iranische Tanker oftmals die Satelliten-Ortung ab, erklärt Matt Smith von ClipperData. Damit werde anderen Frachtschiffen die Möglichkeit entzogen, die iranischen Tanker zu entdecken. So konnte es geschehen, dass der iranische Tanker "Sanchi" mit 136.000 Tonnen Leichtöl nach einer Kollision mit einem anderen Frachter im Januar 2018 vor der chinesischen Küste in Flammen geriet und sank.