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Papst Franziskus ist bereits gegen das Coronavirus geimpft.

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    Piks oder Kündigung: Corona-Impfung wird Pflicht im Vatikan

    Der Vatikan ergreift drastische Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus. Angestellten des Kirchenstaats droht künftig bei einer Verweigerung der Impfung gegen Covid-19 die Entlassung.

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    Von
    • Martin Jarde

    Den rund 5.000 Bediensteten des Vatikans droht künftig bei einer Verweigerung der Corona-Impfung die Entlassung. Das geht aus einem Dekret hervor, das jetzt vom Kirchenstaat veröffentlicht wurde.

    Wer Corona-Impfung verweigert, muss mit Kündigung rechnen

    Wer keine medizinischen Gründe vorweisen könne, weshalb eine Impfung nicht möglich ist und die Impfung gegen das Coronavirus verweigere, müsse mit "mehr oder weniger schweren Konsequenzen" rechnen. Diese könnten "bis zur Unterbrechung des Arbeitsverhältnisses führen", heißt es in der Verordnung.

    Öffentliche Gesundheit im Vatikan soll erhöht werden

    Das Dekret bezieht sich auch auf zukünftige Bewerber für eine Tätigkeit im Vatikan. Wer eine Impfung verweigere, könne zum Risiko für andere werden, heißt es in dem Schreiben. So würden die Risiken für die öffentliche Gesundheit erhöht.

    In einer Mitteilung vom Donnerstagabend erläuterte der Vatikan den neuen Erlass: Es handele sich um einen dringend notwendigen Schritt zum Schutz der eigenen Bürger und Angestellten. Angesichts der außergewöhnlichen Lage in der Corona-Krise sei es zulässig, eine mögliche Gefährdung durch Impfverweigerer zu minimieren, so die Argumentation. Erwogen würden etwa "alternative Lösungen für die Ausübung der Arbeit". Keinesfalls seien die Vorgaben als "Repression gegen Arbeitnehmer" gedacht, betont das Governatorat. Vielmehr strebe man "eine flexible und verhältnismäßige Reaktion" an, die zwischen Gesundheitsschutz und individueller Freiheit abwäge.

    Nach internationaler Aufmerksamkeit: Vatikan rudert etwas zurück

    Zahlreiche italienische und internationale Medien interpretierten das Dekret als Kündigungsandrohung für Impfverweigerer. Der Vatikan sah sich daher am Freitag nochmals zu einer Klarstellung genötigt: Auf "Vatican News" hieß es, der Vatikanstaat wolle die persönliche Entscheidung des Einzelnen über eine Impfung respektieren, aber auch die Gemeinschaft vor Infektionen schützen. Wer an seinem Arbeitsplatz häufigem Kontakt zu anderen ausgesetzt sei und nicht gegen Corona geimpft werden wolle, könne daher "zeitweise an einen weniger exponierten Platz" versetzt werden.

    Die vatikaninternen Regeln zielten auf eine "flexible, angemessene Antwort" auf die Pandemie. In einer aktualisierten Fassung verwies die Mitteilung von "Vatican News" auf arbeitsrechtliche Anweisungen von 2011. Demzufolge könne "einem Vatikan-Angestellten, der sich gesundheitlichen Untersuchungen oder Maßnahmen verweigert, die Kündigung ausgesprochen werden". Der Beitrag auf der deutschsprachigen "Vatican News"-Seite wurde am Freitag stillschweigend ohne Änderung des angegebenen ursprünglichen Publikationsdatums modifiziert.

    Papst Franziskus und Benedikt XVI. bereits geimpft

    Die Kampagne mit Gratis-Impfungen im Vatikan begann im Januar. Papst Franziskus und der emeritierte Papst Benedikt XVI. sind bereits geimpft.

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