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Strandkörbe in Büsum

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    Pfingsturlaub in Deutschland: Die aktuellen Regeln

    Die touristische Normalität kehrt angesichts sinkender Corona-Zahlen schrittweise zurück, zumindest in einigen Bundesländern. Sie haben Lockerungen angekündigt - pünktlich zu den Pfingstferien. Ein Überblick darüber, wo und wie Reisen möglich sind.

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    Von
    • Melanie Marks
    • BR24 Redaktion

    Eine Perspektive solle es geben. So hat es Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) vor knapp zwei Wochen formuliert – und angekündigt, dass Urlaub in Bayern wieder möglich sein wird. Bayern sei nicht nur Tourismusland, so Söder, die Perspektive sei auch "psychologisch und seelisch wichtig".

    Seitdem ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland weiter gesunken. Fast alle Bundesländer liegen aktuell (18.5.) unter dem Grenzwert von 100, ab dem die bundesweite Notbremse greift. Sie haben deswegen die Möglichkeit, weiter zu öffnen. Eine Möglichkeit, die viele nutzen. Dabei gehen sie allerdings nicht einheitlich vor.

    Ein Überblick über die Regeln an beliebten Urlaubszielen

    Die Ostsee

    An der Ostsee gelten unterschiedliche Regeln, je nachdem, wo Reisende hinfahren möchten. Schleswig-Holstein hat weitgehende Lockerungen durchgeführt. Ferienwohnungen, Hotels, Campingplätze und auch die Innenbereiche von Restaurants haben unter strengen Hygienevorgaben wieder geöffnet – auch für Urlauber aus anderen Bundesländern. Vollständig Geimpfte (mindestens 14 Tage Abstand zur letzten erforderlichen Impfung) und Genesene müssen keinen negativen Test vorlegen. Alle anderen müssen bei der Ankunft einen negativen Corona-Test (kein Selbsttest) vorlegen und diesen sogar alle drei Tage neu durchführen lassen. Diese Testvorgaben gelten aber nicht für Menschen mit Zweitwohnsitzen oder Nutzern von Dauercampingplätzen.

    In Mecklenburg-Vorpommern ist Urlaub noch nicht wieder möglich. Ab Pfingstsonntag, dem 24. Mai soll die Gastronomie zwar wieder öffnen, aber Beherbergungsbetriebe dürfen weiterhin keine Touristen aufnehmen. Das ist für Touristen aus anderen Bundesländern erst ab dem 14. Juni möglich, wie Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) angekündigt hat. Nach Kritik aus der Tourismuswirtschaft will sie diese Regelung am 31. Mai allerdings nochmal überprüfen. Sollten die Inzidenzzahlen es hergeben, könnte die Lockerung dann vorgezogen werden. Tagesausflüge sind allerdings jetzt schon für alle Einreisenden erlaubt.

    Die Nordsee

    Wer nach Büsum, Husum oder Sankt Peter-Ording fährt, kann an der Nordsee Urlaub machen. Diese Städte liegen in Schleswig-Holstein, wo die oben genannten Regeln gelten.

    In Niedersachsen hingegen ist Urlaub für Reisende aus Bayern in der Regel noch nicht möglich. Zwar hat das Land erste Öffnungsschritte angekündigt. In Gebieten mit einer 7-Tage-Inzidenz unter 100 sollen touristische Übernachtungen wieder möglich sein, sofern die Gäste einen negativen Corona-Test, einen Impf- oder Genesenen-Nachweis vorweisen können. Außerdem darf dann auch die Außengastronomie öffnen. Diese Möglichkeiten bestehen allerdings nur für Menschen mit erstem oder zweitem Wohnsitz im Bundesland.

    Der Bodensee

    Die Corona-Regeln im bayerischen Landkreis Lindau sind schon länger gelockert. Jetzt hat auch die Landesregierung von Baden-Württemberg die Corona-Regeln für alle Landkreise mit einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 gelockert. Seit dem vergangenen Wochenende dürfen dort auch Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze unter Hygieneauflagen wieder Urlauber empfangen. Das Gleiche gilt für Restaurants, Bars und Kneipen, allerdings nur zwischen 6 und 21 Uhr. Alle Besucherinnen und Besucher müssen einen negativen Schnelltest vorweisen oder belegen können, dass sie vollständig geimpft beziehungsweise genesen sind. Der Landkreis Konstanz liegt bereits seit längerem unter der Inzidenz von 100. Der Bodenseekreis liegt erst seit Samstag (15.5.) unter der 100er-Schwelle und wartet noch auf weitere Öffnungsschritte.

    Urlaub Dahoam

    Ob im Bayerischen Wald, in der Fränkischen Schweiz, im Chiemgau oder Allgäu - in Bayern ist Urlaub theoretisch ab dem 21. Mai möglich. Voraussetzung ist, dass die 7-Tage-Inzidenz in dem jeweiligen Landkreis oder der kreisfreien Stadt "stabil" unter 100 liegt. Also fünf Tage in Folge. Weitere drei Tage später kann dann geöffnet werden - wenn das Gesundheitsministerium zustimmt. Zur Regelung gibt es aber auch noch Unklarheiten.

    Für Gäste herrscht eine Testpflicht. Mit Ausnahme von Kindern bis sechs Jahre, Genesenen und vollständig Geimpften, muss jeder Gast einen negativen Corona-Test vorweisen. Für Hotels und Pensionen ist es dann sogar möglich, auch im Innenbereich bis 22 Uhr zu bewirten. Sie dürfen außerdem den Fitness- und Wellnessbereich für die Gäste öffnen.

    In Regionen mit geringer 7-Tage-Inzidenz dürfen dann auch weitere touristische Angebote öffnen, etwa die Seen- und Flussschifffahrt oder Seilbahnen.

    Einen Überblick über die Regeln in bayerischen Regionen finden Sie hier.

    Die Weinstraße

    Rheinland-Pfalz lockert schrittweise. Liegt ein Landkreis oder eine kreisfreie Stadt "stabil" unter dem Inzidenz-Wert von 100, dürfen Gäste kontaktfrei beherbergt werden. Das bedeutet: Sie können in Ferienwohnungen übernachten, in Campingwägen mit eigenen sanitären Anlagen oder in Hotels, sofern das Frühstück im Zimmer gegessen wird. Außerdem ist es nötig, einen negativen Corona-Test vorzuweisen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Alle 48 Stunden muss erneut ein negatives Corona-Testergebnis vorgelegt werden.

    Die zweite Stufe der Lockerungen ist zum Pfingstwochenende geplant. Ab 21. Mai und bei einer Inzidenz von unter 50 darf die Gastronomie auch innen wieder öffnen, mit Abstand, Test und Maske. Dann sind im Freien auch kulturelle Veranstaltungen und Sport mit Zuschauern erlaubt. Diese müssen einen negativen Corona-Test vorweisen. Maximal 100 Zuschauer sind zugelassen.

    Ab Fronleichnam, dem 2. Juni, gibt es dann weitere Öffnungsschritte. Hotels dürfen dann etwa ganz öffnen, sofern die Gäste negativ getestet sind. Außerdem ist die Innengastronomie auch in Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer Inzidenz unter 100 möglich.

    Werden die Betriebe tatsächlich öffnen?

    Wer zügig in eine Region reist, in der Urlaub möglich ist, muss sich darauf einstellen, dass nicht sofort alle Betriebe geöffnet haben. Das sagte beispielsweise der Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbands Schleswig-Holstein, Stefan Scholtis, dem Bayerischen Rundfunk auf Anfrage. Die meisten Betriebe hätten sich vorbereitet, es könne dennoch sein, dass nicht immer alle direkt geöffnet hätten, um noch finale Vorbereitungen zu treffen. Von den Rückmeldungen, die er erhalten habe, gehe er allerdings davon aus, dass sehr viele Betriebe zeitnah öffnen werden.

    So beobachtet das auch der Landesgeschäftsführer des Dehoga in Bayern, Thomas Geppert. Es wollten alle öffnen, das sei überfällig. Für Betriebe sei es dennoch eine enorme Herausforderung, dass sie von der 7-Tage-Inzidenz abhängig seien. Wer öffnet, laufe Gefahr, dass er seine Gäste nach wenigen Tagen wieder Heim schicken und die Kosten dafür übernehmen müsse.

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