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PFC-Thema im Verteidigungsausschuss: Viele Fragen offen | BR24

© pa / dpa / Michael Kappeler

Sitzung des Verteidigungsausschusses

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PFC-Thema im Verteidigungsausschuss: Viele Fragen offen

Die PFC-Belastung von Bundeswehrstandorten war heute Thema im Verteidigungsausschuss des Bundestages. Im April hatte eine BR-Recherche aufgedeckt, dass die Bundeswehr mit gesundheitsschädlichem Löschschaum deutschlandweit Standorte verunreinigt hat.

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"Das Bundesverteidigungsministerium nimmt das PFC-Problem ernst, aber das ist das einzig Positive, was man sagen kann", so Tobias Lindner, der für die Grünen im Verteidigungsausschuss sitzt. Das Gremium hat sich heute mit der PFC-Kontamination von Bundeswehrstandorten befasst und Fragen der Parlamentarier beantwortet.

Über 100 PFC-Verdachtsfälle

Laut BR-Recherchen ist aktuell bei 20 Bundeswehrstandorten eine PFC-Kontamination bestätigt, über 100 weitere Standorte gelten als Verdachtsfälle. Die PFC-Chemikalien stammen aus Löschschäumen, die die Bundeswehr jahrzehntelang eingesetzt hat. Der bekannteste Stoff, PFOS, steht im Verdacht, krebserregend zu sein. An einigen Orten ist das Grundwasser kontaminiert, eine Sanierung gab es bisher an keinem Standort.

Opposition: Zügige Sanierung notwendig

Auch nach der heutigen Ausschusssitzung gibt es bei Abgeordneten der Opposition weiter Fragezeichen. "So ein richtiges Bild, wo es Verunreinigungen gibt, woher rühren die, wie groß sie sind, ob man sie beseitigen kann und wie teuer das wird – all das hat das Ministerium nicht beantwortet", kritisierte Lindner, der das Bundesverteidigungsministerium jetzt in der Pflicht sieht:

"Ich erwarte von Frau von der Leyen, dass man jetzt alle potentiellen Verdachtsfälle aufklärt und großzügig in die Sanierung geht." Tobias Lindner (Bündnis 90/Die Grünen)

Bevölkerung verunsichert

Bei Marcus Faber von der FDP, der das Thema auf die Tagesordnung des Verteidigungsausschusses gesetzt hat, klang das ganz ähnlich:

"Wir haben hier nur 20 Befunde. Dem gegenüber stehen knapp 120 Truppenübungsplätze, wo noch keine Beprobung stattgefunden hat. Das ist einfach eine Verunsicherung der Bevölkerung, und die gilt es abzustellen." Marcus Faber (FDP)

Staatssekretär will sich in Manching informieren

Beide Oppositionspolitiker begrüßen allerdings, dass sich der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, Thomas Silberhorn, am kommenden Montag am Militärflugplatz Manching über die aktuelle Lage informieren will.

Die dortige Bürgerinitiative "PFC Manching" hat angekündigt, diesen Besuch mit einer Großkundgebung zu begleiten. "Unsere Geduld hat ein Ende", schreiben die Initiatoren in ihrer Einladung. Manching ist der bisher bekannteste PFC-Fall an einem Bundeswehrstandort in Bayern. In zwei angrenzenden Ortsteilen ist das Grundwasser belastet, Anwohner dürfen es nicht mehr zum Gießen der Gärten verwenden. Gefahren für die menschliche Gesundheit könnten nicht sicher ausgeschlossen werden, heißt es in einer so genannten Allgemeinverfügung des Landratsamtes Pfaffenhofen vom Mai 2018.

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Autor
  • Arne Meyer-Fünffinger