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"Übermut und neue Infektionswellen schaden der Wirtschaft am meisten": Noch ist ein Ende der Maskenpflicht laut Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier in weiter Ferne.

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Lockerung der Maskenpflicht in Sicht? Altmaier nennt Bedingung

"Übermut und neue Infektionswellen schaden der Wirtschaft am meisten": Noch ist ein Ende der Maskenpflicht laut Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier in weiter Ferne. Gleichzeitig stellt er Lockerungen in Aussicht - unter einer Bedingung.

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Solange sich in Deutschland jeden Tag mehrere hundert Menschen mit dem Coronavirus infizieren, wird es weiter eine Maskenpflicht im Einzelhandel geben. Das hat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" deutlich gemacht.

Altmaier: Abschaffung eindeutig zu früh

Die Pflicht müsse laut Altmaier überall bestehen bleiben, wo der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werde. "Ich bin weder Gesundheitspolitiker noch Virologe, aber für eine generelle Abschaffung der Maskenpflicht ist es eindeutig zu früh."

Gleichzeitig brachte der Bundeswirtschaftsminister eine Schwelle von 100 Corona-Neuinfektionen pro Tag ins Gespräch. Auf die Frage, ob dies bei weniger Neuinfektionen ein Ende der Pflicht bedeute, antwortete er, es gebe keinen Automatismus.

Wirtschaftsminister stellt Lockerung in Aussicht

"Übermut und dadurch ausgelöste neue Infektionswellen schaden der Wirtschaft am Ende am meisten", warnte Altmaier. Er stellte aber auch Lockerungen in Aussicht: "Wenn wir bei den Infektionen dauerhaft zweistellig sind, müssen Mediziner und Politik neu nachdenken."

Ein dauerhafter Rückgang der Neuinfektionen auf unter 100 am Tag ist momentan noch nicht absehbar. Seit Anfang Juni schwanken die bundesweiten Zahlen abhängig vom Wochentag zwischen rund 150 und gut 500 - von einzelnen Ausreißern nach regionalen Ausbrüchen abgesehen.

378 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Samstag 378 neue registrierte Corona-Infektionen innerhalb eines Tages. Es gibt aber auch Regionen, aus denen so gut wie keine Neuinfektionen mehr berichtet werden. So meldeten mehr als ein Viertel der Land- und Stadtkreise keine neuen Ansteckungen binnen sieben Tagen.

Für die Zeit nach den Sommerferien, wenn viele Reisende zurückgekehrt sind und der Schulbetrieb beginnen soll, befürchten viele aber wieder einen Anstieg der Zahlen.

Kritik an Vorstoß aus Mecklenburg-Vorpommern

In Deutschland wird schon seit längerem darüber diskutiert, ob und wann die Maskenpflicht gelockert werden könnte. Anfang Juli waren Vorstöße aus Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen auf breite Kritik gestoßen. Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) etwa hatte sich in der vergangenen Woche dafür ausgesprochen, angesichts der niedrigen Infektionszahlen im Norden Anfang August ein Ende der Maskenpflicht im Einzelhandel zu beschließen.

Der CDU-Politiker Norbert Röttgen warnte wie Altmaier vor einer zu schnellen Lockerung der Maskenpflicht. "Wir sind noch nicht durch mit der Pandemie. Der Sommer mag da etwas trügen", sagte Röttgen den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Distanz halten, Masken tragen und Händewaschen sind die wirksamsten Schutzmaßnahmen. Ich halte es für wichtig, das in den Köpfen wachzuhalten. Der Mund-Nasen-Schutz mag lästig sein, wirklich belastend ist er aber nicht."

Anton Hofreiter: Müssen alle vorsichtig bleiben

Auch Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter warnte davor, das Virus zu unterschätzen, "auch wenn man jung und gesund ist". "Die Symptomspannbreite reicht vom milden Verlauf über Langzeitschäden bis zum Tod", sagte er der "Rheinischen Post". "Solange es keinen Impfstoff gibt, müssen wir alle vorsichtig bleiben. Wirtschaft und Gesellschaft ein zweites Mal herunterzufahren, hätte eine verheerende Wirkung - für den Arbeitsmarkt, wo große Jobverluste drohten, wie für viele Unternehmen, die nicht die Kraft hätten, einen zweiten nationalen Shutdown zu überstehen."

Auch Bildungsministerin Anja Karliczek warnt

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) sprach sich ebenfalls gegen einen vorschnellen Verzicht auf Sicherheitsvorkehrungen in der Corona-Krise aus. "Wir sollten jetzt nicht alle denkbaren Möglichkeiten der Lockerungen ausreizen, sondern immer mit einem gewissen Sicherheitspuffer handeln", sagte die CDU-Politikerin der "Passauer Neuen Presse". "Wir müssen an der gegenwärtigen Maskenpflicht und den Abstandsregeln festhalten", unterstrich Karliczek. Ein schwerer Rückschlag würde nicht nur die Gesundheit von Menschen gefährden, sondern auch der Wirtschaft schwer schaden. "Dessen müssen wir uns bewusst sein, auch wenn die Regeln manch einen nerven."

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