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Per Tränengas zum Bibel-Foto: Kirchen entsetzt über Trump-Aktion | BR24

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Eine Szene für die Geschichtsbücher. US-Präsident Trump lässt sich den Fußweg zu einer Kirche mit Tränengas freischießen. Er lässt friedliche Demonstranten mit Polizeigewalt aus dem Weg räumen - für ein Foto mit Bibel. Kirchenvertreter sind entsetzt.

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Per Tränengas zum Bibel-Foto: Kirchen entsetzt über Trump-Aktion

Eine Szene für die Geschichtsbücher. US-Präsident Trump lässt sich den Fußweg zu einer Kirche mit Tränengas freischießen. Er lässt friedliche Demonstranten mit Polizeigewalt aus dem Weg räumen - für ein Foto mit Bibel. Kirchenvertreter sind entsetzt.

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Eine Szene, die in die Geschichtsbücher der USA eingehen dürfte. US-Präsident Trump lässt sich den Fußweg zu einer nahe dem Weißen Haus gelegenen Kirche mit Tränengas freischießen. Er lässt friedliche Demonstranten mit brutaler Polizeigewalt aus dem Weg räumen, um sich - und sein Gefolge - symbolträchtig für ein Foto in Szene zu setzen. Mit der Bibel in der erhobenen Hand, jedoch ohne Gebet oder versöhnliche Worte. Diese Geste sorgte landesweit für heftige Kritik - vor allem bei seinem politischen Herausforderer Joe Biden, einem bekennenden Katholiken.

"Alles nur für einen Fototermin, einen Fototermin! Vor einer der wohl ältesten Kirchen in Washington! Der Präsident scheint mehr an der Macht und am Zufriedenstellen seiner Basis als am Wohl der Menschen interessiert zu sein." Trump-Herausforderer Joe Biden

Vorwurf: Trump habe Bibel für Politik entfremdet

Was ganz offensichtlich als Machtdemonstration und als öffentliche Solidaritätsbekundung mit Christen im Land gedacht war, kam bei vielen Kirchenvertretern nicht gut an. Bischof Michael Curry, der Vorsitzende der Episkopalkirche in den USA, schrieb auf Twitter, Trump habe eine Kirche und die Heilige Bibel für parteipolitische Zwecke benutzt. Auch Bischöfin Mariann Edgar Budde von der Diözese Washington sagte auf CNN, Trumps Botschaft stehe ganz im Gegensatz zur kirchlichen Lehre.

"Das Benutzen der Bibel und sein Auftritt dort vor der Kirchen war ein Missbrauch von heiligen Symbolen. Trump hat sich Gott und die Kirche für seine Zwecke zu eigen gemacht. Seine Worte und seine Handlungen sind gegensätzlich zu den Lehren Jesu." Bischöfin Mariann Edgar Budde

"Heiligen Ort in ein Schlachtfeld verwandelt"

Pastorin Gini Gerbasi aus Georgetown war selbst unter den Demonstranten in Washington, die friedlich gegen Rassismus und Polizeigewalt protestiert haben. Trump habe einen heiligen Ort in ein Schlachtfeld verwandelt, sagte die Geistliche auf CNN.

"Friedliche Menschen so wegzustoßen, war widerlich. Und sich dann vor eine Kirche zu stellen und diese für die eigenen Zwecke zu benutzen, war Kirchenschändung." Pastorin Gini Gerbasi

Erzbischof: Trump am Schrein für Papst Johannes Paul II. nicht willkommen

Auch der katholische Erzbischof von Washington, Wilton Gregory, kritisierte Trump aufs Schärfste. Am Schrein für Papst Johannes Paul II. sei der Präsident nicht willkommen. Dennoch legten Trump und seine Frau Melania gestern dort einen Kranz nieder. Der evangelikale Pastor Robert Jefress aus Dallas in Texas hingegen lobte Trumps Fototermin vor der Kirche ausdrücklich. Jefress gilt als Trump-Pastor und hatte am Tag von dessen Amtseinführung den Gottesdienst in der St. Johns Kirche geleitet.

"Präsident Trumps Verhalten war absolut korrekt. Indem er dort vor der Kirche stand, hat er nicht nur seine Solidarität mit dieser Kirchengemeinde bezeugt, sondern mit allen Gotteshäusern im Land. Und er hat seine Absicht deutlich gemacht, Kirchen beschützen zu wollen, vor denen, die versuchen diese zu zerstören." Trump-Pastor Robert Jefress

Trumps evangelikale Anhänger stehen weiter hinter ihm

Trumps republikanische Basis – darunter auch seine evangelikalen Anhänger – stehen unverändert geschlossen hinter dem US-Präsidenten. Und daran – so die Einschätzung vieler politischer Beobachter – wird sich auch in absehbarer Zeit nichts ändern.

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20 Sekunden Schweigen: So hat Kanadas Premierminister Justin Trudeau auf die Frage eines Journalisten nach einer Reaktion auf die Drohung von US-Präsident Donald Trump reagiert, wegen der Unruhen in den USA notfalls die Armee zu mobilisieren.

Derweil äußerte sich Papst Franziskus erstmals zu den Protesten. "Wir können keine Art von Rassismus oder Ausgrenzung tolerieren oder unsere Augen davor verschließen", sagte er und kritisierte zugleich die gewaltsamen Ausschreitungen bei den Protesten.

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Papst Franziskus hat nach den Ausschreitungen in den USA Rassismus und Gewalt verurteilt. Der Tod von George Floyd sei tragisch, erklärte er am Mittwoch in seiner wöchentlichen Generalaudienz in Rom.

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Interview mit dem Religionssoziologen Prof. Heinrich Schäfer über die Rolle der Evangelikalen in der US-Politik - für die Trumps Bibelfoto vor allem gedacht war.

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