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Pentagon-Chef: Keine konkreten Belege für Anschlagspläne | BR24

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Mark Esper, Verteidigungsminister der USA, spricht im Pentagon mit der Presse über den Konflikt des Landes mit dem Iran.

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Pentagon-Chef: Keine konkreten Belege für Anschlagspläne

Laut US-Präsident Trump waren konkrete Anschlagspläne auf amerikanische Botschaften der Grund für die Tötung des iranischen Generals Soleimani. Pentagon-Chef Esper relativierte diese Aussage nun.

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US-Verteidigungsminister Mark Esper sind keine konkreten Beweise vorgelegt worden, dass der Iran Angriffe auf amerikanische Botschaften geplant habe. Das sagte der Pentagon-Chef dem Fernsehsender "CBS". Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump jedoch die Tötung des iranischen Generals Qasem Soleimani mit eben solchen Plänen gerechtfertigt.

"Wir haben es getan, weil sie unsere Botschaft in die Luft sprengen wollten", so Trump am Freitag. Ein rascher Angriff auf Soleimani sei notwendig gewesen, weil Geheimdiensterkenntnisse gezeigt hätten, dass der Iran möglicherweise vier amerikanische Botschaften angegriffen hätte.

Gespräche weiterhin möglich

Esper relativierte diese Aussagen nun. "Der Präsident hat nicht auf ein spezifisches Beweismittel verwiesen", sagte der Verteidigungsminister. "Was der Präsident gesagt hat, ist, dass es möglicherweise weitere Angriffe auf Botschaften geben könnte." Auf die Frage, ob Geheimdienstler konkrete Beweise dafür vorgelegt hätten, sagte Esper: "Ich habe keinen mit Blick auf die vier Botschaften gesehen."

Die Lage am Persischen Golf war eskaliert, nachdem die USA Irans Top-General Qasem Soleimani in der Nacht am 3. Januar in Bagdad gezielt getötet hatten. Der Iran hatte fünf Tage später mit einem - angekündigten - Raketenangriff auf zwei von den USA genutzte Militärstützpunkte im Irak geantwortet. Tote gab es dabei nicht. Als Reaktion auf den Angriff verkündete die US-Regierung am Freitag neue Wirtschaftssanktionen gegen den Iran.

Trotz der jüngsten Verschlechterung der Verhältnisse wollte Esper Gespräche zwischen Washington und Teheran nicht ausschließen. Trump sei weiterhin bereit, sich ohne Vorbedingungen mit der iranischen Führung zu treffen, so der Pentagon-Chef. "Das Angebot steht noch", so Esper. "Wir sind bereit dazu, uns hinzusetzen und ohne Vorbedingungen einen neuen Weg nach vorne zu diskutieren, eine Reihe von Schritten, durch die der Iran zu einem normaleren Land wird."