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Paul Ziemiak: Aufsteiger ohne klassische Karriere | BR24

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© BR/Dagmar Schlichting

Der Vorsitzende der Jungen Union, Paul Ziemiak, ist zum neuen CDU-Generalsekretär gewählt worden. Ziemiak erhielt auf dem CDU-Parteitag in Hamburg knapp 63 Prozent der gültigen Stimmen.

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Paul Ziemiak: Aufsteiger ohne klassische Karriere

Paul Ziemiak steht der neuen CDU-Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer als Generalsekretär zur Seite. Der JU-Chef war ihr Wunschkandidat. Ein Portrait.

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Wer Paul Ziemiak mit geschlossenen Augen zuhört, sieht mit ein wenig Fantasie den jungen Franz Müntefering vor sich. Es ist das sauerländisch gerollte "rrr", das verrät, wo Ziemiak aufgewachsen ist: in Iserlohn im Sauerland.

Das Sauerland ist nicht nur die Heimat des ehemaligen SPD-Generalsekretärs und Ex-SPD-Chefs Müntefering, es ist auch die Heimat von Friedrich Merz. Das Amt des Generalsekretärs und das rollende "rrr" sind vermutlich die einzigen Gemeinsamkeiten von Müntefering und Ziemiak. Politisch steht der 33-Jährige ohnehin weit weg von der SPD.

Jung, konservativ, machtbewusst

Paul Ziemiak trat 1998 in die Junge Union ein. Ihr Vorsitzender wurde er 2014. Vorhersehbar war das nicht. Als Favorit galt im Vorfeld JU-Bundesvize Benedict Pöttering: Als Sohn des CDU-Politikers und früheren Präsidenten des EU-Parlaments, Hans-Gert Pöttering, hatte dieser beste Kontakte, war mediengewandt und eloquent.

Ziemiak, der damals noch im Kapuzenpulli rumlief, punktete damit, dass er eben keinen typischen JU-Lebenslauf vorweisen konnte. Seine Eltern seien 1988 mit drei Koffern und zwei Kindern als Aussiedler aus Polen nach Deutschland gekommen. Im Kindergarten habe er kein Wort Deutsch gesprochen. Er wolle sich dafür einsetzen, dass die Junge Union auch für Nicht-Akademiker wieder interessanter werde, rief er damals den Delegierten zu. Ziemiak gewann die Kampfabstimmung mit 63 Prozent.

AKK überzeugte Ziemiak an der Tanzfläche

Die neue Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer musste intensiv um Ziemiak werben. Wo seine Sympathien lagen, hatte er nie verborgen. Er fühle sich den beiden NRW-Kandidaten Jens Spahn und Friedrich Merz verbunden, begründete er seine erste Absage an "AKK". Kramp-Karrenbauer hatte ihn noch vor ihrer Wahl am Freitag auf dem CDU-Parteitag in Hamburg gefragt, ob er im Falle ihres Sieges Generalsekretär werden wolle. Nach der Stichwahl versuchte sie es nochmal. Ein Ja bekam sie erst spätabends an der Tanzfläche, als die CDU beim Parteiabend gemeinsam feierte.

Das war die offizielle Variante. Hartnäckig verbreitete sich beim Parteitag das Gerücht, "AKK" habe Ziemiak den Posten angeboten, wenn er ihr im Gegenzug die Stimmen der Jungen sichert.

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Nach der Wahl von Annegret Kramp-Karrenbauer zur Parteivorsitzenden ist in der CDU eine weitere Personalentscheidung gefallen. JU-Chef Paul Ziemiak wurde auf dem Parteitag in Hamburg zum Generalsekretär gewählt, aber nur mit knapp 63 Prozent.

63 Prozent sind für Ziemiak ein Ansporn

Bei der Wahl zum Generalsekretär erhielt Ziemiak knapp 63 Prozent Zustimmung - für CDU-Verhältnisse ist das eher mau. Paul Ziemiak nannte es ein "ehrliches Ergebnis", das für ihn "Ansporn für harte Arbeit" sei. Ziemiak ist der Schachzug der neuen CDU-Chefin freilich klar: Mit ihm an ihrer Seite will sie die enttäuschten Merz- und Spahn-Anhänger befrieden, und diese Aufgabe soll er erledigen.

Dass er 63 Prozent auch steigern kann, hat Paul Ziemiak bewiesen; mit diesem Ergebnis hatte er auch die Stichwahl in der JU gegen Pöttering gewonnen. Bei seiner Wiederwahl erreichte er vor zwei Jahren 85 Prozent der Stimmen, im Oktober 2018 in Kiel stimmten 91 Prozent für ihn.

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Zum neuen Generalsekretär wurde heute auf dem CDU-Parteitag der 33-jährige Paul Ziemiak gewählt. Der Chef der Jungen Union (JU) erhielt mit 62,8 Prozent der Stimmen. Bundesinnenminister Seehofer sieht in ihn guten Gesprächspartner.

Verheiratet, Vater und Fast-Jurist

Paul Ziemiak zog 2017 für den Wahlkreis Herne - Bochum II zum ersten Mal in den Bundestag ein. Bis dahin arbeitete er als Kommunikationsreferent bei einer Wirtschaftspfüfungsgesellschaft. Das Staatsexamen in Jura hat er nicht geschafft, sein Studium in Unternehmenskommunikation schloss er bislang nicht ab. Eigentlich hatte er das noch vor, mehr Zeit wird er aber mit dem neuen Job nicht unbedingt haben. Ziemiak ist verheiratet und "stolzer Vater eines Sohnes".

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Die CDU hat eine neue Führungsspitze: Kramp-Karrenbauer ist Parteichefin, JU-Chef Ziemiak Generalsekretär. Für die Politikforscherin Münch hat die CDU in Hamburg bewiesen, dass Parteien an schwierigen Personalentscheidungen sogar wachsen können.