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Patzer bei Pendlerpauschale: Shitstorm gegen Habeck | BR24

© Bodo Schackow/dpa

Robert Habeck konnte in einem Interview am Sonntag zu den Details des Klimapakets nicht mit Fachwissen glänzen.

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Patzer bei Pendlerpauschale: Shitstorm gegen Habeck

Die Grünen wollen das geplante Klimapaket nachbessern. Doch ausgerechnet Parteichef Robert Habeck ließ im "Bericht aus Berlin" erkennen, dass es ihm bei den Details an Fachwissen mangelt. Der Shitstorm tobt. Wir erklären die Hintergründe.

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Sie sind keine Fans des am Freitag präsentierten Klimapakets - daraus machen die Grünen kein Geheimnis. Die Spitzen der Partei haben bereits angekündigt im Bundesrat Nachbesserungen erreichen zu wollen.

Das bekräftige auch der Vorsitzende, Robert Habeck am Sonntagabend noch einmal im Interview beim ARD-Format "Bericht aus Berlin". Als Moderator Oliver Köhr ihn jedoch auf die geplante Pendlerpauschale anspricht, gerät Habeck ins Stocken - und gibt dann sogar zu, "das weiß ich gar nicht."

So lief das Interview ab

Die Pendlerpauschale sollte keinen Anreiz geben, möglichst weite Strecken zu fahren, so Habeck. An dieser Stelle hakte Köhr ein: "Das ist ja kein Anreiz (...) - es zieht ja jetzt niemand weiter weg von seinem Arbeitsplatz, nur weil die Pendlerpauschale erhöht wird." Dass die Pendlerpauschale sowohl für Auto-, als auch für Bahnfahrer gilt, war Habeck offenbar nicht bekannt.

Shitstorm auf Twitter

Diese Patzer des Parteivorsitzenden blieben nicht ohne Folgen: auf Twitter brach ein Sturm an hämischen Kommentaren über Habeck herein. "Ich sag mal, Özdemir wäre das nicht passiert", schreibt ein User.

"Uff. Ich dachte ja erst, dass hier auf Twitter mal wieder übertrieben wird, aber #Habeck weiß wirklich nicht, wie die #Pendlerpauschale funktioniert. Wahnsinn!", twittert ein Anderer. Und ein User, der sich "Mike Schuster" nennt, meint: "#Habeck|s Problem ist nicht, dass er sich bei der #Pendlerpauschale nicht hundertprozentig auskennt. Sein Problem ist der erhobene Zeigefinger."

Worum geht es bei der Pendlerpauschale?

Die Pendlerpauschale - oder eigentlich Entfernungspauschale - gibt es bereits und kann von allen Steuerpflichtigen in Anspruch genommen werden. Wie man zu seinem Arbeitsplatz kommt, spielt dabei keine Rolle - sogar Fußgänger können die Kosten steuerlich geltend machen.

Bisher können pro Entfernungskilometer 30 Cent von der Steuer abgesetzt werden. Zukünftig sollen es nach dem Willen der Großen Koalition 35 Cent sein, allerdings erst ab dem 21. Kilometer. Die Maßnahme, die im Rahmen des Klimapakets beschlossen wurde, soll von 2021 an gelten.

Video: Klimapaket: Söder warnt Grüne vor Blockade

© BR

Im "Bericht aus Berlin" der ARD hat der bayerische Ministerpräsident das Klima-Paket der Bundesregierung verteidigt. Die Grünen forderte er auf, die Initiative im Bundesrat nicht zu blockieren.