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Empfindliche Geld- und sogar Haftstrafen für Impfbetrüger fordert Eugen Brysch, Vorstand Stiftung Patientenschutz. Gleichzeitig spricht er sich gegen eine Aufgabe der Impfpriorisierung zum jetzigen Zeitpunkt aus.

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Patientenschützer Brysch fordert harte Strafen für Impfbetrug

Empfindliche Geld- und sogar Haftstrafen für Impfbetrüger fordert Eugen Brysch, Vorstand der Stiftung Patientenschutz. Gleichzeitig spricht er sich gegen eine Aufgabe der Impfpriorisierung zum jetzigen Zeitpunkt aus.

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Von
  • Kerstin Grundmann

Bis zu fünf Jahre Gefängnis für Impfbetrüger, das forderte Eugen Brysch, Vorstand Stiftung Patientenschutz, im Interview mit der Bayern 2-radioWelt: "Wenn es wiederholt organisiert und kriminell ist, dann muss es bis dorthin gehen. Aber es fängt ja an mit einer Ordnungswidrigkeit. Und es kann nicht sein, dass das Falschparken vor dem Impfzentrum als Ordnungswidrigkeit gilt, aber das bewusste Täuschen im Impfzentrum keine Konsequenz hat."

Brysch verwies auf den zunehmenden Druck in Impfzentren und Arztpraxen: "Die sagen, da wird sehr robust mit Nachdruck, auch mit körperlicher Präsenz versucht, sein Impfangebot einzufordern. Da ist eindeutig die Grenze überschritten." Wenn jemand bewusst falsche Geburts- und Berufsangaben mache oder bei der Nennung von zwei Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen oder Schwangeren in eine höhere Priorisierungsstufe komme, sei konsequentes Handeln erforderlich.

Konsequenzen bei Betrugsfällen

Für Impfbetrüger, die sich bewusst vordrängeln, forderte er harte Strafen.

"Ich denke, die Geldstrafe hilft, um klarzumachen, dass es hier um eine gerechte und rechtsstaatliche Lösung geht, aber die Forderungen prallen ja - insbesondere an unserem Bundesgesundheitsminister - ab." Eugen Brysch, Stiftung Patientenschutz

Wenn man wirklich für Solidarität sorgen wolle, so Brysch, dann muss es auch darum gehen, dass es gerecht zugehe.

Impfpriorisierung aufrecht erhalten

Der Vorstand der Stiftung Patientenschutz sprach sich aber gegen eine Diskussion um die Aufgabe der Impfpriosierung zum jetzigen Zeitpunkt aus. Sie sei nicht daran Schuld, dass es mit dem Impfangebot in Deutschland so schleppend vorangehe. Tatsächlich seien es die geringen Impfstoffmengen, die vorhanden sind. Die Freigabediskussion führe dazu, "dass die Menschen sagen: Dann versuche ich doch einfach, mein Recht auf eigene Faust durchzusetzen."

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