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Patientenmörder Niels Högel legt Revision gegen Mordurteil ein | BR24

© pa / dpa / Hauke-Christian Dittrich

Niels Högel

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    Patientenmörder Niels Högel legt Revision gegen Mordurteil ein

    Der vorige Woche zu lebenslanger Haft verurteilte Serienmörder und Ex-Krankenpfleger Niels Högel hat gegen diese Entscheidung des Oldenburger Landgerichtes Revisionsantrag gestellt. Der 42-Jährige war wegen 85 Morden verurteilt worden.

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    Nach seiner Verurteilung zu lebenslanger Haft wegen 85-fachen Mordes hat der Ex-Krankenpfleger Niels Högel Revision eingelegt. Das teilte das Landgericht in Oldenburg heute mit.

    Die Kammer hatte am vergangenen Donnerstag auch eine besondere Schwere der Schuld festgestellt, wodurch eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren in der Praxis so gut wie ausgeschlossen wird. Angeklagt war Högel wegen 100 Morden, in 15 Fällen entschied das Gericht aber nach dem Grundsatz "in dubio pro reo" ("Im Zweifel für den Angeklagten") auf Freispruch.

    Verteidigerin: Revision "vorsorgliches Vorgehen"

    Sollte die Revision zugelassen werden, werden von einer höheren Instanz ausschließlich etwaige Verfahrens- oder Rechtsfehler geprüft und nicht etwa erneut Tatsachen. Es findet keine neue Beweisaufnahme statt.

    Högels Verteidigerin Kirsten Hüfken sagte, es sei ein übliches und vorsorgliches Vorgehen, Revision einzulegen, das mit Högel abgestimmt sei. Eine Begründung für die Revision wolle sie jetzt noch nicht öffentlich äußern, sagte Hüfken. Dazu müsse zunächst die schriftliche Urteilsbegründung des Gerichts abgewartet werden. Anschließend habe die Verteidigung dann drei Wochen Zeit, um ihren Antrag zu begründen.

    Opfer-Angehörige: "Wunden werden erneut aufgerissen"

    Der Sprecher der Angehörigen von Högels Opfern, Christian Marbach, bedauerte die Revision: "Wir hatten alle auf ein wenig Abstand zum Prozess gehofft. Nun werden die Wunden erneut aufgerissen - und das nur, damit Högel sich erneut eine Bühne schaffen kann."