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Bericht: Weniger Kinderehen in Deutschland | BR24

© pa/dpa

Kinderbraut

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    Bericht: Weniger Kinderehen in Deutschland

    Die Zahl der Kinderehen in Deutschland ist laut der "Passauer Neue Presse" stark rückläufig. Ende April seien im Ausländer-Zentralregister 299 verheiratete Minderjährige gespeichert gewesen; vor zwei Jahren seien es 1.475 gewesen.

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    Ende Juli 2016 waren von den verheirateten Minderjährigen 361 noch keine 14 Jahre alt. Inzwischen ist das jüngste verheiratete Kind zwischen 14 und 16 Jahre alt. Das geht laut der Zeitung aus einer Antwort des Bundesjustizministeriums auf eine Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion hervor.

    Syrer haben höchsten Anteil an Kinderehen

    Der Anteil der Syrer an den Kinderehen sei nach wie vor am höchsten. 664 minderjährige Syrer seien vor zwei Jahren verheiratet gewesen. Inzwischen seien es noch 85. Unter den minderjährigen Bulgaren sei die Zahl der Verheirateten hingegen gewachsen, von 65 Ende Juli 2016 auf nun 84. Danach folgten die Nationalitäten Griechenland (23), Rumänien (21), Irak (18) und Afghanistan (16), wie das Bundesinnenministerium mitteilte. Zahlen zu verheirateten Minderjährigen mit deutscher Staatsangehörigkeit liegen der Bundesregierung nicht vor.Der AfD-Abgeordnete Stefan Keuter begrüßte den Rückgang. Dass es keine Kinderehen unter 14 Jahren mehr gebe, sei "mehr als erfreulich", sagte Keuter der Zeitung. Allerdings müsse bezweifelt werden, ob die Zahl tatsächlich so stark gesunken sei, schließlich seien vor zwei Jahren noch 361 Kinder unter 14 Jahren als verheiratet registriert gewesen.

    In Deutschland sind Eheschließungen Minderjähriger seit Juli 2017 verboten. Kinderehen können nur noch in besonderen Härtefällen und ab einem Mindestalter von 16 Jahren wirksam bleiben.