BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Parteitag der Republikaner: Wie Donald Trump gesehen wird | BR24

© BR

Heute beginnt der Parteitag der Republikaner in den USA. Donald Trump soll formell zum Präsidentschaftskandidaten ernannt werden. Von Torsten Teichmann

Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Parteitag der Republikaner: Wie Donald Trump gesehen wird

Die Republikanische Partei von US-Präsident Donald Trump beginnt heute ihren viertägigen Parteitag. Gleich am ersten Tag soll Trump als Kandidat für die Präsidentschaftswahl nominiert werden. Wie denken seine Anhänger über ihn? Ein Stimmungsbild.

Per Mail sharen

Travis Korson wollte dabei sein, wenn die Republikaner Präsident Trump wieder als Kandidat aufstellen. Korson hatte ursprünglich ein Ticket als Delegierter - so wie vor vier Jahren. Doch die Partei hat das Treffen in Charlotte, in North Carolina, auf einen Tag verkürzt und die Zahl der Teilnehmer auf 336 begrenzt – wegen Corona. Die anderen Tage läuft auch bei den Republikanern ein Live-Stream. Die Gesundheitskrise sei mit nichts zu vergleichen, sagt Korson bei einem Treffen in Washington DC.

"Wie lösen wir die Corona-Krise? Ex-Vizepräsident Biden von den Demokraten schlägt eine landesweite Pflicht für Mund-und Nase-Schutz vor. Der Präsident arbeitet daran, so schnell wie möglich und sicher wie möglich einen Impfstoff bereit zu stellen. Das ist ein großer Unterschied." Travis Korson, junger Republikaner aus Washington

US-Präsident Donald Trump verkündete in der Nacht einen historischen Durchbruch. Die Arzneimittelbehörde hat die Behandlung mit antikörperreichem Blutplasma für Covid-Patienten im Eilverfahren autorisiert. Klinische Versuche sind noch nicht abgeschlossen, es ging um ein politisches Signal: "Wir sind bei Zulassungen Jahre voraus, im Vergleich zu früheren Administration. Und das schließt Impfstoffe ein, von denen ihr sehr bald hören werdet", sagte Trump.

Trump will heute nach Charlotte reisen

Das war im Grunde schon der Auftakt zum Parteitag. Trump wird im Lauf des Tages nach Charlotte reisen. Außerdem will sich der Präsident täglich in den Live-Stream der Republikaner einklinken.

"So ist Donald Trump, er mag das Spektakel, er achtet sehr auf die Einschaltquoten. Und die Republikaner brauchen einen Schub. Trumps Umfragewerte sind zwar etwas besser geworden, aber sie liegen immer noch hinter Bidens." Noah Weinrich von der konservativen Lobby-Organisation Heritage Action

Ein persönliches Treffen musste Weinrich absagen. In seinem Bekanntenkreis hat sich jemand mit Corona infiziert. Aber er denkt, dass sich inhaltlich wenig ändern wird im Vergleich zu 2016. Vieles hänge natürlich damit zusammen, dass die Republikaner mit dem gleichen Kandidaten antreten.

Anhänger Trumps: "Er hat seine Ziele erreicht"

Aber dieses Mal tritt Trump nicht als Außenseiter gegen das Establishment an, sondern als amtierender Präsident. Er werde deshalb Erfolge herausstreichen, sagt Travis Korson. "Schau Dir wahllos eines seiner politischen Versprechen an, sei es, die Wirtschaft wieder aufzubauen oder das Militär", sagt Travis, "er hat seine Ziele erreicht."

Und wenn das alles noch nicht helfen sollte, haben die Republikaner noch eine Strategie: Trump wird den politischen Gegner, die US-Demokraten als linksradikale Extremisten brandmarken.

Er sei die letzte Bastion zwischen dem amerikanischen Traum und vollständiger Anarchie, sagte Trump vergangene Woche. Selbst im Fernsehsender Fox News musste sich Trumps Stabschef Mark Meadows dafür rechtfertigen: "Wir müssen ja nur auf die Straßen in diesem Land schauen, wo angeblich friedliche Demonstrationen jetzt als Krawalle eingestuft werden", sagte Meadows, "und dieser Präsident ist das Einzige was zwischen dem und Anarchie steht. Meadows wollte sagen, Trump sei der Einzige, der sich für Ruhe und Ordnung einsetzt. Präsident Trump textete später im Netz, der Fox-Moderator habe seinen Stabschef gegrillt.

Internet statt Parteihalle

Fernsehen und Internetkurznachrichten - werden auch für den jungen Republikaner Travis Korson aus Washington wohl die Woche bestimmen. "Vielleicht schaue ich mit anderen virtuell gemeinsam zu", sagt Korson, "aber statt in der Parteitagshalle zu sein, wie andere Delegierte, werde ich es von daheim ansehen, wie alle anderen Amerikaner."

Bis zum Donnerstag, dann wird Präsident Trump die Nominierung der Republikaner auch offiziell vom Weißen Haus aus annehmen.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!