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Links-Grüne-Kandidatin Katrik Jakobsdottir bei der Stimmabgabe

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Isländer wählen neues Parlament

In Island hat die Parlamentswahl begonnen. Die zweite Abstimmung innerhalb von zwölf Monaten war nötig geworden, nachdem die Regierungskoalition in einem Skandal um einen Sexualverbrecher auseinander gebrochen war.

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Die Mitte-Rechts-Koalition hatte sich keine neun Monate im Amt gehalten. Die kleine Partei "Bright Future" ließ sie platzen, nachdem sich der Vater von Regierungschef Bjarni Benediktsson dafür eingesetzt hatte, das Strafregister eines verurteilten Vergewaltigers nach dessen Gefängniszeit zu löschen. "Bright Future" warf Benediktssons konservativer Unabhängigkeitspartei vor, sie habe das vertuschen wollen.

Die Wahllokale sind bis Mitternacht deutscher Zeit geöffnet. Insgesamt haben mindestens acht Parteien Aussicht auf den Einzug ins Parlament, das Althing. Umfragen zufolge kann Benediktsson nicht im Amt bleiben. Die besten Aussichten auf eine Regierungsbildung hat demnach die links-grüne Bewegung VG, die sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Benediktssons Unabhängigkeitspartei liefern könnte und gemeinsam mit Sozialdemokraten und Piratenpartei regieren will. Nach der Wahl im Oktober 2016 war erst nach drei Monaten ein Regierungsbündnis zustande gekommen.