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Parlamentswahl in Irland: Sinn Fein liegt vorn | BR24

© BR/Thomas Spickhofen

Bei der Parlamentswahl in Irland zeichnet sich ein Umbruch in der politischen Landschaft ab. Noch wird zwar gezählt, doch momentan führt die linksgerichtete Sinn Fein vor den beiden bürgerlichen Parteien.

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Parlamentswahl in Irland: Sinn Fein liegt vorn

Bei der Parlamentswahl in Irland zeichnet sich ein Umbruch in der politischen Landschaft ab. Noch wird zwar gezählt, doch momentan führt die linksgerichtete Sinn Fein vor den beiden bürgerlichen Parteien.

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Ersten Hochrechnungen zufolge liegt die linksgerichtete Partei Sinn Fein mit 24 Prozent leicht vor den beiden bürgerlichen Parteien Fine Gael und Fianna Fail. Als Sieger kann also Sinn Fein gelten, die um mehr als zehn Prozentpunkte zulegte. Die Partei hat im Wahlkampf auf sozialpolitische Themen gesetzt und für ein Referendum zur Vereinigung der Republik Irland mit dem britischen Nordirland geworben.

Verluste der Konservativen

Die beiden konservativen Parteien Fine Gael und Fianna Fail - die in den vergangenen Jahrzehnten abwechselnd Irland regiert haben - kommen auf jeweils 22 Prozent. Sie müssen Verluste von jeweils zwei bis drei Prozentpunkten hinnehmen. Ob sie im neuen irischen Parlament gemeinsam auf eine Mehrheit kommen und so eine Regierung bilden könnten, ist ungewiss - ebenso, ob der bisherige Premierminister Leo Varadkar im Amt bleibt.

Regierungsbildung - wird wohl schwierig

Wenig wahrscheinlich ist allerdings auch, dass Sinn Fein die Regierungsverantwortung übernimmt. Die Partei galt im nordirischen Bürgerkrieg als der verlängerte politische Arm der Terror-Organisation IRA. Die Parteichefs von Fine Gail und Fianna Fail haben im Wahlkampf deshalb angekündigt, nicht mit Sinn Fein zusammenarbeiten zu wollen. Die Regierungsbildung in Irland könnte also schwierig werden. Beim letzten Mal, 2016, dauerte sie mehr als zwei Monate.

Das Wahlsystem ist sehr kompliziert, jeder Wähler kann bis zu fünf Kandidatinnen oder Kandidaten seines Wahlkreises in eine Reihenfolge bringen. Die Auszählung der Stimmen dauerte am Abend noch an.