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Parlamentswahl in Griechenland - Machtwechsel erwartet | BR24

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Parlamentswahl in Griechenland

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Parlamentswahl in Griechenland - Machtwechsel erwartet

Die Griechen wählen heute ein neues Parlament. Letzte Umfragen deuten auf einen Machtwechsel hin. Die Konservativen der Nea Dimokratia unter ihrem Chef Mitsotakis liegen demnach deutlich vor der Syriza des linken Regierungschefs Tsipras.

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Griechenland wählt heute ein neues Parlament. Alle Umfragen deuten auf einen Machtwechsel hin: Mit einem Sieg des amtierenden linken Regierungschefs Alexis Tsipras und seiner Syriza-Partei rechnet keiner der Demoskopen. Als Favorit gilt die konservative bisherige Oppositionspartei Nea Dimokratia (ND) unter ihrem Chef Kyriakos Mitsotakis. "Heute nehmen die Griechinnen und Griechen ihre Zukunft in die eigene Hand. Morgen wird ein besserer Tag für unser Land sein", sagte Mitsotakis nach der Stimmabgabe im Staatsfernsehen (ERT).

Niedrigere Steuern, Reformen für Unternehmen

Der 51-jährige Mitsotakis hatte im Wahlkampf versprochen, die Steuern zu senken, die Ministerpräsident Alexis Tsipras auf Drängen der Gläubiger erhöht hatte. Dagegen will er die ebenfalls durchgesetzten unternehmerfreundlichen Reformen noch weiter voran treiben.

Tsipras spricht von "entscheidender Schlacht"

Tsipras hatte die Parlamentswahl vorgezogen, nachdem die Konservativen bei der Europawahl im Mai fast zehn Prozent mehr Stimmenanteil als Syriza bekommen hatte. Tsipras versuchte bis zuletzt, den Trend umzukehren. "Es ist eine entscheidende Schlacht, wir kämpfen mit Optimismus, wir kämpfen mit Entschlossenheit bis zur letzten Minute", sagte er nach seiner Stimmabgabe in Athen. Insbesondere junge Wähler rief er auf, sich an der Wahl zu beteiligen und die "wichtige Entscheidung" über ihr Leben und ihre Zukunft nicht anderen zu überlassen. Das Wahlalter ist gesenkt worden, erstmals sind auch 16-Jährige stimmberechtigt, sofern sie noch in diesem Jahr 17 werden.

Noch immer hohe Arbeitslosigkeit

Griechenland hat immer noch mit den Folgen der schweren Schuldenkrise zu kämpfen. Nur Rettungskredite von EU, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds bewahrten das Land vor dem Staatsbankrott. Tsipras musste weitreichende und für weite Teile der Bevölkerung schmerzhafte Kompromisse eingehen, damit die Kredite flossen. Seit August vergangenen Jahres kann sich Griechenland wieder selbst am Kapitalmarkt finanzieren. Die Arbeitslosigkeit liegt mit rund 20 Prozent aber immer noch sehr hoch.

Wahlberechtigt sind rund zehn Millionen Bürger. Sie haben die Wahl zwischen 20 Parteien. Nach EU- und Kommunalwahlen ist es für die Griechen der dritte Urnengang binnen weniger Monate. Wegen der Urlaubszeit wird mit einer niedrigen Wahlbeteiligung gerechnet. Die Wahllokale schließen um 18.00 Uhr MESZ. Aussagekräftige Hochrechnungen soll es gegen 21.00 Uhr MESZ geben.

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Nach viereinhalb Jahren könnte Alexis Tsipras das Amt des griechischen Regierungschefs verlieren: Der konservative Kyriakos Mitsotakis gilt als Favorit bei der vorgezogenen Parlamentswahl.