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© Bayern 2 am Samstagvormittag
Bildrechte: picture alliance / Flashpic | Jens Krick

Am 12. Dezember 2015 verständigten sich die vereinten Nationen auf den Schutz der Erde. Barbara Hendricks war damals in Paris dabei. Wie blickt sie heute auf das Abkommen?

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Pariser Abkommen: Ex-Umweltministerin Hendricks zieht Bilanz

Am fünften Jahrestag des Pariser Klimaabkommens hat die ehemalige Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) im BR-Interview dazu aufgerufen, die Anstrengungen zum Klimaschutz zu verstärken.

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Von
  • Dagmar Schwermer

Bei der Pariser Klimakonferenz vor fünf Jahren hatten sich fast alle Staaten der Welt dazu verpflichtet, durch nationale Gesetze ihren Ausstoß an Treibhausgasen drastisch zu verringern. Erklärtes Ziel: Im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad begrenzen. Ein Meilenstein im Kampf gegen die Erderwärmung, hieß es damals von Politikerinnen und Politikern. Um das Ziel zu erreichen, müssten die CO2-Emissionen bis 2030 um 45 Prozent gegenüber dem Wert von 2010 sinken, erklärt der Weltklimarat. Seitdem hat sich im Kampf gegen den Klimawandel zu wenig getan - darin sind sich Experten einig. Fünf Jahre nach dem Pariser Abkommen ist man noch weit von den Zielen entfernt.

"Man kann nicht sagen, es hat nicht geholfen"

Die SPD-Politikerin und damalige Umweltministerin Barbara Hendricks war in Paris dabei. Im Interview mit "Bayern 2 am Samstagvormittag" bezeichnete sie das Klimaabkommen von Paris als historischen Moment: "Das war damals der Durchbruch und der wirkt bis heute fort. Man kann nicht einfach so sagen, damals war’s wichtig und jetzt ist es nicht mehr wichtig oder es hat nicht geholfen, das stimmt einfach nicht." Sie begrüßte die neuen Beschlüsse des EU-Gipfels und forderte die Fridays for Future-Bewegung auf, die bisherigen Erfolge auch anzuerkennen und nicht alles schlecht zu reden.

Klimaschutz als Aufgabe des Jahrhunderts

Hendricks zeigte sich weiterhin optimistisch, dass man das Ziel, deutlich unter zwei Grad Erderwärmung bis 2070 zu bleiben, erreiche. An dieser Aufgabe werde auch konsequent gearbeitet, es sei die Aufgabe des Jahrhunderts. Technologische Fortschritte müssten dafür in den nächsten 30 Jahren berücksichtigt werden, so Hendricks.

"Das Abkommen ist nicht gescheitert. Das Abkommen ist so angelegt, dass jedes einzelne Land eine eigene Verantwortung hat und die Summe der jeweiligen Verantwortlichkeiten, die ergibt in der Tat zusammen dann den Kampf gegen den Klimawandel." Barbara Hendricks, ehemalige Umweltministerin

Deutschland habe als reiches Land eine andere Aufgabe als z.B. der Tschad in Afrika, wo pro Kopf viel weniger CO2-Emmissionen stattfinden. "Ganz Europa muss seine Anstrengungen verschärfen, und das tun wir gerade."

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