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Papst verschärft Kirchenrecht bei sexuellem Missbrauch | BR24

© dpa-Bildfunk

Papst Franziskus in Nordmazedonien Mai 2019

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    Papst verschärft Kirchenrecht bei sexuellem Missbrauch

    Kleriker und Ordensleute müssen künftig alle Missbrauchs- und Vertuschungsfälle umgehend anzeigen, so sieht es ein Schreiben von Papst Franziskus vor. Laut Vatikan wird damit den Ergebnissen des Anti-Missbrauchsgipfels vom Februar Rechnung getragen.

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    Die neuen Vorschriften sind nach Darstellung des Vatikans ein Ergebnis des Anti-Missbrauchsgipfels von Ende Februar. Sie berücksichtigen viele Forderungen von Seiten der Opferverbände. Demnach gilt ab dem kommenden Monat eine weltweite Anzeigepflicht für Fälle von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche – unabhängig davon, wie alt die Opfer sind.

    Max. 30 Tage zwischen erster Meldung und Nachricht an den Vatikan

    Kirchliche Stellen sind darüber hinaus verpflichtet, staatliche Strafermittlungen zu unterstützen. Erstmals eindeutig geregelt sind Untersuchungen gegen Bischöfe, die Ermittlungen vertuscht oder verschleppt haben. An der innerkirchlichen Aufklärung können nun auch externe Spezialisten beteiligt werden. Dadurch soll ein Durchgreifen auch gegen Kirchenobere erleichtert werden. Alle Diözesen sind verpflichtet, im Lauf des kommenden Jahres Meldestellen für Fälle von sexuellem Missbrauch einzurichten. Um die Verfahren zu beschleunigen, muss der Vatikan innerhalb von 30 Tagen nach Erhalt der ersten Meldung über den Stand der Ermittlungen informiert werden.

    Der päpstliche Erlass macht darüber hinaus klare Vorgaben zum Umgang mit Betroffenen und deren Familien: Kirchliche Autoritäten müssten diesen mit Würde und Respekt begegnen.