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Papst mischt sich in deutsche Reformdiskussion ein | BR24

© picture alliance/Pressebildagentur ULMER

Papst Franziskus I. (li) empfängt Bischöfe aus aller Welt bei der wöchentlichen Generalaudienz auf dem Petersplatz

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    Papst mischt sich in deutsche Reformdiskussion ein

    Für die deutschen katholischen Bischöfe ist der Missbrauchsskandal ein epochaler Einschnitt. Deshalb haben sie bei ihrer letzten Vollversammlung ein Prozedere beschlossen, wie Reformen diskutiert und umgesetzt werden. Start ist im September.

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    Ein verbindlicher synodaler Weg für Reformen der katholischen Kirche soll gemeinsam mit Vertretern des deutschen Katholizismus im September starten. Nun hat sich überraschend Papst Franziskus in der Debatte zu Wort gemeldet. Sein Brief an die deutschen Bischöfe soll am Mittag veröffentlicht werden.

    Es geht um die heißen Eisen in der katholischen Kirche: Wie ist die Macht verteilt? Welche Rolle haben Frauen? Gibt es auch andere Lebensformen für Priester als den Zölibat? Darüber wollen die deutschen Bischöfe ab September gemeinsam mit Vertretern des Zentralkomitees der deutschen Katholiken und externen Fachleuten sprechen. So wurde es bei der Bischofskonferenz im März verabredet.

    Beschlüsse sind verbindlich

    Der Reformprozess bekam den Namen "verbindlicher synodaler Weg". Soll heißen, was hier beschlossen wird, müsste am Ende auch umgesetzt werden. Dass sich nun der Papst in der deutschen Diskussion zu Wort meldet, kam für die meisten Bischöfe überraschend. Sein Brief soll dem Vernehmen nach ausführlich sein und den beschlossenen Weg nicht prinzipiell in Frage stellen.

    Papst Franziskus will "deutschen Sonderweg" offenbar verhindern

    Franziskus wird es wohl vor allem darum gehen, einen deutschen Sonderweg gleich von vornherein zu unterbinden. Die katholische Kirche ist eine Weltkirche, da kann eine Nationalkirche nicht isoliert zum Beispiel die Aufhebung des Pflichtzölibats oder die Einführung des Diakonats für Frauen beschließen.

    Gegenstimmen aus der bayerischen Kirche melden sich zu Wort

    Obwohl sich die Bischofskonferenz unter Vorsitz des Münchner Kardinals Reinhard Marx ohne Gegenstimmen auf diesen Weg verständigt hat, gibt es auch bei den Bischöfen kritische Stimmen - vor allem in Bayern.

    Der scheidende Augsburger Bischof Konrad Zdarsa hat vor wenigen Wochen mitgeteilt, er trage den "synodalen Weg" zur Erneuerung der Kirche nicht mit. Und der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer warnte: Ein synodaler Prozess, der die Kirche neu erfinden wolle, beschreite "einen Weg der Zerstörung".