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Papst lehnt Rücktritt von verurteiltem Kardinal ab | BR24

© pa/dpa

Papst Franziskus und Kardinal Philippe Barbarin

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    Papst lehnt Rücktritt von verurteiltem Kardinal ab

    Papst Franziskus hat den Rücktritt des Erzbischofs von Lyon, der in Frankreich wegen Vertuschung von Missbrauch verurteilt wurde, abgelehnt. Kardinal Philippe Barbarin wolle sich aber "für eine Zeit zurückziehen", erklärte Vatikan-Sprecher Gisotti.

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    Der Vorsitzende der Französischen Bischofskonferenz, Georges Pontier, hat sich erstaunt über die Entscheidung des Papstes zu Kardinal Philippe Barbarin gezeigt. Das führe zu einer noch nie dagewesenen Situation, sagte Pontier französischen Medienberichten zufolge.

    Der Vatikan hatte heute mitgeteilt, dass Papst Franziskus den Rücktritt des französischen Kardinals Barbarin nicht angenommen hat. Angesichts der Schwierigkeiten, die das Erzbistum Lyon im Moment durchlebe, habe der Papst dem Erzbischof die Entscheidung selbst überlassen, erklärte Vatikansprecher Alessandro Gisotti.

    Barbarin zu sechsmonatiger Bewährungsstrafe verurteilt

    Barbarin war am 7. März zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden, weil er einen Priester nicht angezeigt hatte, der vor rund 40 Jahren mutmaßlich mehrere minderjährige Pfadfinder sexuell missbrauchte. Der höchste katholische Würdenträger Frankreichs hatte daraufhin angekündigt, dem Papst seinen Rücktritt anzubieten.

    Der Papst habe aufgrund der Unschuldsvermutung den Rücktritt nicht annehmen wollen, hieß es in einer Erklärung von Barbarin.

    Generalvikar soll Leitung der Erzdiözese übernehmen

    Barbarin habe entschieden, sich "für eine gewisse Zeit zurückzuziehen", so Gisotti. In dieser Zeit solle sein Generalvikar Yves Baumgarten die Leitung der Erzdiözese übernehmen, so Gisotti. Pontier sieht die nun entstandene Situation als "Konflikt zwischen zwei Anforderungen". Auf der einen Seite müsse der Rechtsweg respektiert werden - Barbarin ist gegen das Urteil in Berufung gegangen - und auf der anderen Seite stehe das Wohl der Diözese.

    "Die Opfer haben zu viel gelitten, die Diözese hat zu viel gelitten, es ist vielleicht an der Zeit, eine Veränderung zu leben", soll Barbarin zum Lyoner Weihbischof Emmanuel Gobilliard gesagt haben. Gestern hatte Papst Franziskus den Kardinal zu einer Privataudienz empfangen.

    Barbarin ist seit 2002 Erzbischof des zweitgrößten französischen Bistums. Anders als in Deutschland besteht in Frankreich eine strafbewehrte Pflicht, Fälle von sexuellem Missbrauch der Justiz zu melden.