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Papst Franziskus während der Christmette
© dpa-Bildfunk
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Papst Franziskus während der Christmette

Am Beginn der Christmette im Petersdom stand ein traditioneller Gesang mit einem Text aus dem Märtyrerverzeichnis der Katholischen Kirche: Unter dem 25. Dezember wird hier über die Geburt von Jesus Christus als historisches Ereignis berichtet.

Kurz darauf erstrahlte der Petersdom in seiner ganzen goldenen Pracht – in diesem Jahr prächtiger denn je, denn die Papstbasilika hat eine neue Innenbeleuchtung erhalten. Die hochmodernen und besonders energiesparenden Scheinwerfer kommen aus Deutschland. Mehr als 100.000 LEDs wurden dazu verbaut. Offiziell soll die neue Anlage erst Ende Januar in Betrieb gehen. Für die Christmette machte der Vatikan eine Ausnahme.

Nächstenliebe als treibende Kraft

Jesus Christus als Licht der Welt. Das ist die Symbolik des christlichen Weihnachtsfestes, in dessen Zentrum das Christkind steht - als Zeichen der Liebe Gottes zu den Menschen.

"Wenn wir auf die Krippe schauen, verstehen wir, dass das, was das Leben nährt, nicht der Besitz, sondern die Liebe ist. Nicht die Gier, sondern die Nächstenliebe. Nicht der Überfluss, den man zur Schau stellt, sondern die Einfachheit, die man sich bewahrt." Papst Franziskus

"Der Mensch ist unersättlich geworden"

Die Predigt des Papstes war an mehreren Stellen als Aufruf gegen den Konsumwahn und als Appell für mehr Mitmenschlichkeit zu verstehen.

"Der Mensch ist gierig und unersättlich geworden. Das Haben, das Anhäufen von Dingen scheint für viele der Sinn des Lebens zu sein. Eine unersättliche Gier durchzieht die Menschheitsgeschichte, bis hin zu den Widersprüchlichkeiten von heute, dass einige wenige üppig schlemmen und so viele kein Brot zum Leben haben." Papst Franziskus

Die Abgründe des Konsumwahns

Ein Zustand, den Christen nicht tolerieren dürften, jeder sei aufgerufen, den steinigen Weg nach Bethlehem zu gehen, so Papst Franziskus.

"Der Weg führt auch heute noch bergauf: Da muss der Gipfel des Egoismus überwunden werden und man darf nicht in die Abgründe der Weltlichkeit und des Konsumwahns abrutschen." Papst Franziskus

Nach der Messe trug der Papst eine lebensechte Holzfigur des Christkindes vom Altar zur Krippe des Petersdomes, dessen zentrale Figuren seit den 80er Jahren aus dem bayerischen Oberammergau stammen.

Dabei wurde Franziskus von Kindern aus Italien, China, Panama, dem Kongo, Rumänien und Japan begleitet.

Am Mittag wird das katholische Kirchenoberhaupt vom Petersdom aus seine Weihnachtsbotschaft verkünden und den päpstlichen Segen "Urbi et Orbi" spenden – der Stadt und dem Erdkreis.