Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt
Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt

Papst: Keine schnelle Entscheidung beim Diakonat der Frau | BR24

© dpa-Bildfunk

Papst Franziskus auf dem Rückflug aus Nordmazedonien 2019

4
Per Mail sharen
Teilen

    Papst: Keine schnelle Entscheidung beim Diakonat der Frau

    Eine schnelle Entscheidung zur Einführung eines Frauendiakonats in der Katholischen Kirche wird es so bald nicht geben. Das bestätigte Franziskus auf dem Rückflug von seiner dreitägigen Balkan-Reise gegenüber mitreisenden Journalisten.

    4
    Per Mail sharen
    Teilen

    Die von ihm eingesetzte Kommission, die seit zweieinhalb Jahren den kirchengeschichtlichen Hintergrund aufklären sollte, habe ihre Arbeit beendet, sei aber nicht in allen wichtigen Punkten zu einer einheitlichen Sichtweise gekommen. "Am Anfang, also in der Urkirche, gab es Diakoninnen. Die Frage ist nur, ob sie auch sakramentale Ämter hatten oder nicht? Darüber wird diskutiert, bis jetzt ohne klares Ergebnis", so das Kirchenoberhaupt auf der Rückreise aus Nordmazedonien vor Journalisten. Den Quellen zufolge habe es in einigen Regionen, etwa dem antiken Syrien, Diakoninnen gegeben, in anderen Regionen nicht. Sie tauften demnach damals Frauen, was durch Untertauchen geschah. Auch Salbungen kranker Frauen hätten die Diakoninnen vorgenommen.

    Papst: Unklar, ob Frauendiakonat erste Stufe zur Priesterweihe war

    Der Diakonat ist in der Katholischen Kirche die erste von drei Stufen des Weihesakraments für Mitglieder des Klerus, also der Priesterschaft. Diakone können bei ihrer Weihe verheiratet sein und dürfen zahlreiche Aufgaben übernehmen, die ansonsten Priestern vorbehalten bleiben, so der Stand heute. Was unter dem Frauen-Diakonat in den ersten Jahrhunderten der Katholischen Kirche zu verstehen war, erscheint dagegen weniger klar. "Grundsätzlich gilt, dass es keine Gewissheit gibt, ob dies eine Priesterweihe mit derselben Form und Finalität war wie bei der von Männern. Einige sagen, daran bestehe Zweifel. Also untersuchen wir das weiter. Davor habe ich keine Angst." Für einige Fachleute sei die ursprüngliche Beauftragung von Frauen zum Diakonat so zu verstehen gewesen wie beispielsweise die Segnung einer Äbtissin in der heutigen Zeit.

    Papst: Weibliches Priesteramt im heidnischen Kult normal

    Für ihn persönlich sei es interessant, dass vor etlichen Jahren Theologen behaupteten, es habe damals keine Diakoninnen gegeben, weil Frauen in der Gesellschaft als zweitrangig gegolten hätten. Kurioserweise habe es aber in genau der Zeit im heidnischen Raum eine große Zahl von Priesterinnen gegeben. "Ein weibliches Priesteramt im heidnischen Kult war zu jener Zeit normal. Warum gab es diese Entwicklung nicht in der Kirche?", so der Papst. Diese Frage untersuche man ebenfalls.