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Pannen in München und Geiselwind: Wie sicher sind Fahrgeschäfte? | BR24

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Ein technischer Defekt soll dafür verantwortlich sein, dass der Aussichtsturm im Freizeitland Geiselwind stecken geblieben ist. 21 Menschen mussten mit Hubschraubern aus 60 Metern Höhe gerettet werden.

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Pannen in München und Geiselwind: Wie sicher sind Fahrgeschäfte?

Ein Riesenrad in München und eine Aussichtsplattform im Freizeitpark Geiselwind: Gleich bei zwei Fahrgeschäften gab es gestern Pannen und die Fahrgäste mussten aus schwindelerregenden Höhen gerettet werden. Wie sicher sind also solche Fahrgeschäfte?

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Eine Statistik, wie oft solche Pannen oder Unfälle passieren, gibt es beim deutschen Schaustellerverband nicht. "So selten sind sie“, betont Geschäftsführer Frank Hakelmann. Beim Aufbau jedes Volksfestes würden die Fahrgeschäft entweder vom TÜV oder von der Bauaufsicht noch einmal kontrolliert. Für ältere Fahrgeschäfte ab 12 Jahren gibt es spezielle Sonderprüfungen, bei denen alle Teile genau durchleuchtet, sogar geröntgt würden.

Verband: Kontrollsystem ist sorgfältig

Bei Freizeitparks, bei denen Fahrgeschäfte nicht ständig auf- und abgebaut werden, seien die Kontrollen zwar seltener, der Verband deutscher Freizeitparks und Freizeitunternehmen (VDFU) betont aber, dass auch das Kontrollsystem in den Freizeitparks sehr engmaschig und sorgfältig ist: "Die Parkbetreiber führen die vorschiebenden Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten durch und sind für die Sicherheit im laufenden Betrieb verantwortlich. Gemeinsam mit den Prüforganisationen werden auch Notfall- und Evakuierungskonzepte erstellt. Die Abläufe im Ernstfall sind klar vorgegeben und werden regelmäßig geübt."

In Rosenheim läuft gerade das Herbstfest und der Hangover, ein 85 Meter hoher Turm ist voll besetzt. Schaustellerin Christina Schneider garantiert volle Sicherheit. In ihrem Büro hängt eine lange Liste, die vorschreibt, welche Dinge täglich vor der Öffnung des Fahrgeschäftes zu prüfen sind. Und auch im Vorfeld jedes Volksfestes gibt es strenge Kontrollen: "Es ist unglaublich, was wir für TÜV-Auflagen erfüllen müssen, weil die Deutschen sind auch da federführend bei der Ausarbeitung von Sicherheitsauflagen; jeden Tag geht dafür Zeit und Geld drauf für Sicherheit."

Technischer Defekt in Geiselwind

In Geiselwind führte ein technischer Defekt dazu, dass die Gondel stehen geblieben ist. Was diesen technischen Defekt ausgelöst hat, untersucht jetzt der TÜV. Im besten Falle kommt es zwar nicht dazu; für den Fall, dass doch eine Panne passiert, gibt es sogenannte "Höhenrettungsgruppen“ der Feuerwehren, die dann zum Einsatz kommen. Bis zu einer Höhe von 23 Metern kann die Feuerwehr Personen über die Drehleiter retten; geht es höher, werden sogenannte Höhenrettungsgruppen alarmiert. Davon gibt es in Bayern 11.

In Oberbayern gibt es beispielsweise 4 Standorte, in Niederbayern und in Oberfranken jedoch keine. Der Grund: Jede Feuerwehr kann so eine Sondergruppe haben, muss sie aber nicht.

Höhenrettungsgruppen in Bayern:

Oberbayern – vier Standorte (u.a. in München und Ingolstadt)

Oberpfalz – ein Standort in Regensburg

Mittelfranken – zwei Standorte in Fürth und Nürnberg

Unterfranken – drei Standort (u.a. Würzburg und Großostheim)

Schwaben – ein Standort in Augsburg

Solch luftige Rettungsaktionen wie gestern werden akribisch trainiert – jeder Handgriff muss in solchen Höhen sitzen. In Geiselwind waren gestern die Höhenretter der Berufsfeuerwehr Würzburg im Einsatz. 20 Personen wurden mit dem Hubschrauber gerettet, nur ein Kind traute sich nicht und wurde dann – begleitet von einem Feuerwehrmann – abgeseilt, so dass nach circa drei Stunden alle Fahrgäste wieder sicheren Boden unter den Füßen hatten.