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Panne bei US-Vorwahl: Ergebnis "irgendwann am Dienstag" | BR24

© Reuters News Picture Service - RNPS/Brian Snyder

Vorwahl der Demokraten in Iowa

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    Panne bei US-Vorwahl: Ergebnis "irgendwann am Dienstag"

    Es ist die erste Präsidentschaftsvorwahl und sie beginnt mit einer Panne: Im US-Bundesstaat Iowa verzögert sich die Auszählung bei den Demokraten. Bei den Republikanern - wo Trump klar gewann - sorgte das für Spott.

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    Nach der Präsidentschaftsvorwahl der US-Demokraten im Bundesstaat Iowa verzögert sich die Bekanntgabe der Wahlergebnisse. Leiter von Wahlkreisen berichten, dass sie Ergebnisse einzelner Abstimmungen nicht wie geplant per App an die Zentrale der Demokratischen Partei übermitteln konnten.

    Wahl-App "ein Chaos"

    Der Vorsitzende der Demokraten im Bezirk Des Moines, Tom Courtney, sagte, er habe gehört, dass die App, die extra für die Erfassung der Ergebnisse programmiert worden sei, "ein Chaos" sei.

    Aus Parteikreisen hieß es, die Apps funktionierten praktisch kaum, weshalb Helfer gezwungen seien, die Ergebnisse der Bezirke telefonisch aufzunehmen und manuell in eine Datenbank einzutragen. In jedem Fall sei die Verzögerung nicht Resultat eines "Hacks oder eines Eindringens", hieß es in einer Mitteilung der Partei.

    Biden kritisiert "erhebliche Mängel"

    Es solle nun sichergestellt werden, dass die Ergebnisse vor einer Veröffentlichung korrekt seien, erklärten die Demokraten. Mehrere der Bewerber traten schon vor Veröffentlichung der Ergebnisse vor ihre Anhänger und versicherten, sie hätten erfolgreich abgeschnitten.

    Bei einigen Kandidaten sorgte die Verzögerung bei der Auszählung für Ärger. Das Wahlkampfteam von Ex-Vizepräsident Joe Biden kritisierte in einem von US-Medien veröffentlichten Schreiben an die Partei "erhebliche Mängel" in dem System zur Auszählung der Stimmen.

    Der Fernsehsender CNN berichtete, die Demokraten hofften auf Ergebnisse "irgendwann am Dienstag". Der Sender sprach von einem "unglaublichen Versagen". Iowas Parteichef Troy Price hatte erklärt, die Stimmen würden per Hand überprüft und die Ergebnisse "später am Tag" bekannt gegeben.

    Trumps Wahlkampfmanager spottet

    Der Wahlkampfmanager von US-Präsident Donald Trump, Brad Parscale, spottete über die Demokraten. Sie könnten nicht einmal eine Vorwahl ausführen, wollten aber die Regierung übernehmen, schrieb er auf Twitter.

    Erste Wahl hat Signalwirkung

    Die Vorwahlen in Iowa sind die ersten in den USA im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Parteien. In dem kleinen Staat hat sich in der Vergangenheit oft gezeigt, wer am Ende als Kandidat seiner Partei das Rennen macht. Kurz nach Iowa steht am 11. Februar die nächste Vorwahl in New Hampshire an.

    Demokraten und Republikaner stimmen bei Parteiversammlungen darüber aber, wen sie für den besten Präsidentschaftskandidaten ihrer Partei halten. Das Prozedere bei diesen "Caucus"-Treffen ist kompliziert und unterscheidet sich deutlich von Abstimmungen per Wahlzettel.

    Bei den Demokraten in Iowa ist - anders als bei geheimen Abstimmungen - die Entscheidung für einen Kandidaten öffentlich. Und hat ein Kandidat nicht genügend Unterstützung in der ersten Zählung, können dessen Wähler in einem zweiten Durchgang ihre Entscheidung ändern.

    Trump ohne ernsthafte Konkurrenz

    Bei den Republikanern ist US-Präsident Trump ohne ernstzunehmende Konkurrenz. Erwartungsgemäß gewann der Amtsinhaber die Vorwahl der Republikaner mit überwältigender Mehrheit.

    Die "New York Times" berichtete nach Auszählung von mehr als zwei Dritteln der Wahlbezirke, Trump sei auf mehr als 96 Prozent der Stimmen gekommen. Seine beiden Konkurrenten in Iowa - der frühere Gouverneur von Massachusetts, Bill Weld, und der konservative Radio-Moderator und frühere Kongressabgeordnete, Joe Walsh - blieben unter zwei Prozent.

    In vielen Bundesstaaten haben die dortigen Republikaner die Vorwahlen gestrichen, weil Trump keinen ernsthaften Herausforderer hat. Das Ergebnis in Iowa reflektiert die große Unterstützung, die der Präsident in der Partei genießt. Es gilt als sicher, dass Trump bei der Präsidentschaftswahl am 3. November für die Republikaner antritt.

    Demokraten-Trio wird wohl Rennen unter sich ausmachen

    Das Bewerberfeld bei den Demokraten war groß. Von den insgesamt 30 Anwärtern schieden bislang 17 aus, elf Kandidaten sind noch im Rennen. Auf nationaler Ebene liegt in Umfragen seit langem - in wechselnden Konstellationen - ein Führungstrio vorne: der moderate Ex-US-Vizepräsident Joe Biden sowie die beiden linken Senatoren Bernie Sanders und Elizabeth Warren.

    In Umfragen in Iowa hatte Biden über lange Strecken auch auf Platz eins gelegen. Zuletzt zog aber Sanders an ihm vorbei und sicherte sich dort die Favoritenrolle. Zwischenzeitlich hatte auch der 38 Jahre alte Ex-Bürgermeister aus Indiana, Pete Buttigieg, die Umfragen in Iowa angeführt, was die Konkurrenz nervös machte. Es ist also ein spannendes Rennen - mit möglichen Überraschungen.

    Die demokratischen Präsidentschaftsbewerber absolvierten in Iowa bis zum Schluss Wahlkampfveranstaltungen im Akkord. Biden warnte bei seiner Abschlusskundgebung in Iowas Hauptstadt Des Moines am Sonntag vor weiteren vier Jahren Trump. Deswegen hätten die Wähler in Iowa eine größere Verantwortung als jemals zuvor, sagte er. Warren betonte: "Wir haben ein Ziel: Wir werden Donald Trump besiegen!"