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Pandemie weltweit: Corona-Höchstwerte in immer mehr Ländern | BR24

© picture alliance / NurPhoto/Narayan Maharjan

COVID-19 Tests in Kathmandu, Nepal

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    Pandemie weltweit: Corona-Höchstwerte in immer mehr Ländern

    Nicht nur in Deutschland und Europa steigen die Corona-Fallzahlen. Weltweit melden mehrere Staaten Höchstwerte an Infektionen und müssen Rückschläge im Kampf gegen die Pandemie hinnehmen. Eine Übersicht.

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    Rund sieben Monate sind vergangen, seit in der chinesischen Metropole Wuhan erste Infektionen mit dem Coronavirus bekannt wurden. Seitdem hat sich der Erreger nahezu auf der ganzen Welt verbreitet und noch immer zeichnet sich nicht ab, dass sich die Pandemie abschwächt. Im Gegenteil: Zahlreiche Staaten verzeichnen immer massiver steigende Fallzahlen - und das, obwohl in einigen Fällen schon immense Fortschritte im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus verzeichnet worden waren.

    So hatte die australische Regierung im April vermeldet, die wochenlangen Sicherheitsmaßnahmen und Ausgangsbeschränkungen hätten zum Erfolg geführt. Die Pandemie sei eingedämmt, die Auflagen würden wieder gelockert. Tatsächlich verzeichnete Australien zum damaligen Zeitpunkt täglich nur geringe zweistellige Neuinfektionen. Doch mit den Lockerungen gingen auch die Zahlen wieder in die Höhe. Vor allem die Millionenmetropole Melbourne meldete zunehmende Ansteckungen, bis Anfang des Monats erneut der Lockdown für die Stadt angeordnet wurde.

    Doch bisher bringen die strikten Einschränkungen nicht die gewünschte Rückkehr zu den niedrigen Fallzahlen. Anfang der Woche meldeten Australiens Gesundheitsbehörden rund 550 neue Infektionen binnen eines Tages - so viele wie noch nie seit dem Ausbruch der Pandemie auf dem Kontinent. Auch die Zahl von zehn Todesfällen pro Tag, die am Sonntag erreicht wurde, ist für Australien ein neuer Höchstwert. Trotzdem zeigt sich die Regierung weiterhin optimistisch, das Virus stoppen zu können. Denn fast alle neuen Ansteckungen, die von den Gesundheitsämtern erfasst werden, betreffen Melbourne. Außerhalb der Metropole hält sich das niedrige Niveau an Corona-Fälle.

    Höchstwerte in Japan und Israel

    Auch andere Länder hatten in den vergangenen Tagen bereits Höchstwerte bei den Infektionszahlen vermeldet, darunter Japan. Gestern hatte der japanische Fernsehsender NHK berichtet, dass zum ersten Mal mehr als 1000 neue Fälle binnen 24 Stunden in dem Land aufgetreten seien. Insgesamt haben sich damit bislang 11.861 Menschen in Japan angesteckt, die Hälfte der Fälle wurde in diesem Monat erfasst.

    Auch Israel kämpft seit Wochen wieder mit steigenden Fallzahlen: Gestern stiegen die täglichen Infektionen auf mehr als 2000 an. Die Entwicklung der Pandemie hat in dem Land regierungskritische Proteste ausgelöst. Mehrfach sind vor allem in Tel Aviv Tausende Demonstranten auf die Straße gegangen, um gegen die aus ihrer Sicht schwache Reaktion der Regierung auf die Corona-Krise zu protestieren.

    Mehr als 150.000 Tote in den USA

    Doch trotz des Anstiegs in den vergangenen Wochen sind die Fallzahlen in Australien im Vergleich zu anderen Ländern noch recht gering. Weltweit sind nach wie vor die USA am stärksten von der Pandemie betroffen. Mittlerweile sind in den Vereinigten Staaten nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität mehr als 150.000 Menschen infolge der von dem Virus ausgelösten Krankheit Covid-19 gestorben.

    In mehreren US-Bundesstaaten gelten mittlerweile Corona-Auflagen wie eine Maskenpflicht. Schulen und Geschäfte wurden teils geschlossen. Doch das Virus breitet sich trotzdem immer stärker aus: Allein in den vergangenen 24 Stunden wurden laut der Johns-Hopkins-Universität mehr als 68.000 weitere Ansteckungen bestätigt. Damit haben sich bislang mehr als 4,4 Millionen Menschen in den USA mit dem Virus infiziert.

    Zehntausende Infektionen pro Tag in Brasilien

    Noch höher als die aktuellen US-Infektionszahlen fallen die täglichen Ansteckungen in Brasilien aus. Gestern registrierten die Behörden mehr als 69.000 neue Coronavirus-Fälle - so viel wie nie zuvor an einem Tag. Damit steigt die Zahl der nachweislich Infizierten in dem Land auf mehr als 2,5 Millionen an, mehr als 90.000 Einwohner kamen ums Leben, nachdem sie sich mit dem Erreger angesteckt haben. Gesundheitsexperten gehen jedoch davon aus, dass die Dunkelziffer an Infizierten und Todesopfern noch wesentlich höher liegen könnte, da Brasilien nicht annähernd genügend Testkapazitäten für seine rund 210 Millionen Einwohner besitzt.

    Hohe Dunkelziffer in Indien

    Ähnliches wird auch in Indien vermutet. Zwar sprechen die Behörden auch hier von Höchstwerten bei den Infektionszahlen. Allein in den vergangenen Stunden steckten sich demnach mehr als 50.000 Menschen mit dem Virus an - auch diese Zahl ein trauriger Rekord. Doch Hilfsorganisationen warnen, dass die mehr als 1,5 Millionen Fälle, die bisher in Indien gemeldet wurden, bei Weitem nicht realistisch sei könnten. Die Ansteckungsrate dürfte weit höher liegen, doch auch in Indien fehlt es an massenhaften Tests der Bevölkerung.

    Zuletzt hatte auch die "Times of India" über eine Studie berichtet, die in der Metropole Mumbai durchgeführt worden war und auf die hohe Verbreitung des Erregers hindeutet: Rund 7000 Bewohner aus Armutsvierteln wurden auf Antikörper gegen das Virus getestet. Das Ergebnis: Mehr als die Hälfte der untersuchten Einwohner wiesen diese Antikörper auf und hatten sich demnach bereits mit dem Coronavirus angesteckt.

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