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Bildrechte: picture-alliance/dpa

Die Leiterin der Palästinensischen Mission in Deutschland, Khouloud Daibes, hat sich erleichtert über den Waffenstillstand zwischen Israel und militanten Palästinensern gezeigt.

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Palästinensische Vertreterin erleichtert über Waffenstillstand

Die Leiterin der Palästinensischen Mission in Deutschland, Khouloud Daibes, hat sich erleichtert über den Waffenstillstand zwischen Israel und militanten Palästinensern gezeigt. Nun gehe es um humanitäre Hilfe für Gaza, betonte sie.

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Von
  • Uwe Pagels
  • Frank Steininger

Im Nahen Osten gilt seit heute Nacht ein Waffenstillstand. Bislang wird er allem Anschein nach eingehalten. Es wurden bislang keine neuen palästinensischen Raketenangriffe auf Israel gemeldet. Im Land ist es Beobachtern zufolge ruhig, es seien weder Geräusche von Sirenen noch von Geschossen zu hören. Auch die israelische Armee stellte ihre Angriffe ein.

Khouloud Daibes, die Leiterin der diplomatischen Vertretung Palästinas in Deutschland, sagte dazu in der radioWelt auf Bayern 2: "Es ist tragisch, dass es erst vor ein paar Stunden dazu gekommen ist - zu spät eigentlich, denn jede Minute hat viele Menschenleben gekostet." Die Herausforderung sei jetzt, diese Waffenruhe zu stabilisieren und humanitäre Hilfe nach Gaza zu bringen.

Daibes: Gaza vor einer humanitären Krise

Man stehe vor einer gravierenden humanitären Krise, vor allem durch die massive Zerstörung der Infrastruktur, der Krankenhäuser, sagte Khouloud Daibes. Es gebe kaum Strom und Wasser, kein funktionierendes Gesundheitssystem in Gaza.

75.000 Menschen hätten dort ihre Häuser verloren und seien jetzt obdachlos, 230 Menschen seien getötet worden. "Durch diese Zahlen begreift man, wie massiv die israelischen Luftangriffe gewesen sind [...], die die Menschen in Gaza traumatisiert zurückgelassen haben. Gaza steht jetzt in Schutt und Asche", betonte Daibes.

Mehr Ausgleich gewünscht

Auf die Frage, ob ihr in Deutschland die Solidarität mit den Palästinensern fehle, vor dem Hintergrund, dass es eine große Solidarität mit Israel gebe, sagte Daibes: "Es steht jedem Land frei, sich mit anderen Ländern zu solidarisieren. In solch einer schlimmen Situation, in der wir uns befinden, hätte ich mir auf politischer Ebene einen Ausgleich gewünscht."

Man genieße aber die moralische Unterstützung der Menschen in Deutschland, die sich für Menschenrechte und Gerechtigkeit einsetzten. Und es mangele zudem auch nicht an politischem Engagement. So habe die Kanzlerin gestern ein Gespräch mit Palästinenserpräsident Abbas geführt und auch Außenminister Maas sei bei seinem gestrigen Israel-Besuch zu Gast in Palästina gewesen.

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