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Paketzusteller: Bsirske kritisiert "mafiöse Strukturen" | BR24

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Paketzusteller: Bsirske kritisiert "mafiöse Strukturen"

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Paketzusteller: Bsirske kritisiert "mafiöse Strukturen"

Stundenlöhne unter Mindestniveau, überlange Arbeitszeiten und dubiose Subunternehmer - ver.di-Chef Bsirske hat "mafiöse Strukturen" bei Paketzustellern angeprangert. Die geplante Grundrente lobte er als Mittel gegen Altersarmut.

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Der Vorsitzende der Gewerkschaft ver.di, Frank Bsirske, hat kriminelle Machenschaften beim Paketversand angeprangert. "In der Paketzustellbranche haben sich zum Teil mafiöse Strukturen etabliert", sagte Bsirske den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Unternehmen wie Hermes engagieren Firmen, die wiederum andere Firmen beauftragen, die dann Menschen aus der Ukraine, aus Moldawien oder aus Weißrussland in die Lieferfahrzeuge setzen."

"Regierung muss handeln"

Viele hätten gefälschte Pässe, sagte Bsirske. "Da werden Stundenlöhne von 4,50 Euro oder sechs Euro gezahlt und das bei Arbeitszeiten von zwölf oder sogar 16 Stunden pro Tag." Das Problem werde größer, je mehr die Branche der Paketzusteller boome.

Der ver.di-Chef fordert Regierung und Gesetzgeber zum Handeln auf. "Die Politik muss auch in der Paketbranche die sogenannte Nachunternehmerhaftung einführen", sagte Bsirske. "Das bedeutet, dass der eigentliche Auftraggeber für die korrekten Arbeitsbedingungen bei allen Subunternehmern verantwortlich ist." Das gebe es bisher nur in der Bau- und in der Fleischbranche.

Lob für Grundrente

Vor diesem Hintergrund lobte er den Vorstoß von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil für eine Grundrente. "Die Zeiten, in denen jemand zu Niedriglöhnen beschäftigt war, müssen aufgewertet werden, um Altersarmut zu verhindern."

Mit Blick auf den Mindestlohn forderte er zusätzliche und intensivere Kontrollen. "Der Mindestlohn wird millionenfach noch immer nicht eingehalten", kritisierte Bsirske. Er forderte eine Mindestlohn-Hotline, bei der Verstöße telefonisch gemeldet werden könnten, wie es sie bereits in Großbritannien gebe. "Vor allem kleine Unternehmen machen davon Gebrauch, um sich gegen unlautere Geschäftspraktiken der Konkurrenz zu wehren."