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Die Corona-Pandemie wird nach Einschätzung der Entwicklungshilfsorganisation Oxfam zu einer weltweiten Verschärfung der wirtschaftlichen Ungleichheit führen. Die Folgen von Covid-19 träfen dabei Menschen im globalen Süden stärker als die im Norden.

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Oxfam-Bericht: Corona verschärft soziale Ungleichheit

Die Corona-Pandemie wird nach Einschätzung der Entwicklungshilfsorganisation Oxfam zu einer weltweiten Verschärfung der wirtschaftlichen Ungleichheit führen. Die Folgen von Covid-19 träfen dabei Menschen im globalen Süden stärker als die im Norden.

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Von
  • Dietrich Karl Mäurer

Das Hilfswerk Oxfam warnt vor einer dauerhaften Verschärfung der weltweiten sozialen Ungleichheit durch die Corona-Pandemie.Zu dieser Einschätzung kommt Oxfam in seinem neuen Bericht "The Inequality Virus". Im Vorfeld des Weltwirtschaftsforums im schweizerischen Davos, das in diesem Jahr online als "Davos Agenda" stattfindet, gibt die Hilfsorganisation alljährlich einen eigenen Report zu sozialer Ungleichheit heraus.

Immer größere Schere zwischen Arm und Reich

In dem Bericht wird erklärt, dass wirtschaftlich gesehen die Corona-Krise für die Reichsten bereits vorbei ist, während die Armen noch lange daran zu knabbern haben werden.

So haben die reichsten tausend Leute der Welt natürlich auch Verluste erlitten in der Pandemie, aber diese konnten sie in nur neun Monaten ausgleichen. Während laut Oxfam die ärmere Hälfte der Gesellschaft vermutlich zehn Jahre brauchen wird, um die Folgen der Krise zu bewältigen.

Während hunderte Millionen Menschen ihre Jobs verloren haben, ist bei den zehn reichsten Männern der Welt das Vermögen gestiegen - seit Febrauar 2019 um eine halbe Billion US-Dollar auf über 1,1 Billionen Dollar.

Übrigens stieg auch das Vermögen der zehn reichsten Deutschen laut Oxfam von Anfang 2019 bis Ende 2020 um 35 Prozent. Und erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen vor über einem Jahrhundert nimmt die Ungleichheit in fast allen Ländern der Welt gleichzeitig zu.

Ungleichheiten in den Ländern nehmen zu

Bereits bestehende Ungleichheiten innerhalb von Ländern wurden laut Oxfam durch die Covid-Krise verstärkt. So seien Frauen stärker betroffen als Männer. Denn ihnen drohen besonders große Einkommens- oder Jobverluste, da sie häufiger in krisenanfälligen Bereichen arbeiten, etwa im Gastgewerbe.

Auch trifft es Menschen mit Rassismus-Erfahrung stärker als Weiße. Der Bericht führt an, dass People of Colour zum Beispiel in Brasilien und in den USA ein höheres Risiko haben, an Covid zu sterben als weiße Menschen.

Was Oxfam jetzt fordert

Von Oxfam heißt es, die Welt müsse insgesamt solidarischer werden. Reiche Staaten wie Deutschland müssten Menschen im globalen Süden stärker unterstützen. Die Wirtschaft müsste stärker am Gemeinwohl ausgerichtet werden und zum Beispiel die Interessen aller von Unternehmensentscheidungen Betroffenen berücksichtigen. Kurzfristig schlägt man auch höhere Steuern vor für all die, die in der Krise hohe Gewinne einfahren.

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