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Osterbräuche von Osterhase bis Ostereier | BR24

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    Osterbräuche von Osterhase bis Ostereier

    An Ostern feiern Christen Jesu Auferstehung - mit Osterkerze und Osterfeuer: als Zeichen des Lichts und der Wärme. Woher aber kommt der Brauch, Eier zu färben? Warum bringt die Ostereier der Hase und was ist das Osterlachen? Von Veronika Wawatschek

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    Jesus lebt, er ist von den Toten wieder auferstanden - das feiern Christen an Ostern und zwar so richtig: Mit bunten Eiern, viel Essen beim Osterfrühstück und allerlei anderen Bräuchen. Doch woher kommen die?

    Gefärbte Eier bringt der Hase oder doch das Huhn?

    Eier stehen seit jeher für Fruchtbarkeit und passen dementsprechend gut als Lebenssymbol zur Botschaft der Auferstehung Christi. Es gibt aber auch einen ganz praktischen Grund, warum zu Ostern viele Eier gegessen werden, wie Rainer Wehse, Volkskundler von der Ludwig-Maximilians-Universität München ausführt. Als tierisches Produkt seien Eier in der Fastenzeit - also zwischen Aschermittwoch und Ostern - seit dem siebten oder achten Jahrhundert für Gläubige verboten gewesen. "Da die Hennen aber nicht mit dem Legen aufgehört haben, mussten die Eier anschließend einfach dringend weg." Angemalt wurden sie Wehse zufolge, damit sie im Gottesdienst bei der Speisenweihe schön aussehen. In Franken ist vor allem die Tradition des Osterbrunnens verbreitet.

    Der Hase gilt als Zeichen der Fruchtbarkeit und des Lebens

    Erste Belege, dass nun ausgerechnet der Hase diese Eier bringt, datiert der Volkskundler Wehse auf das 17. Jahrhundert. "So richtig populär machte den Hasen die Zuckerbäckerindustrie." Eine richtige Erklärung, warum er landläufig als Eierbringer gilt, gibt es nicht. In anderen Gegenden bringt übrigens der Fuchs, der Hahn oder der Storch die Eier. Hasen gelten aber - wie Eier - schon immer als Zeichen der Fruchtbarkeit. So hatte selbst Papst Franziskus das Bild des Rammlers herangezogen, als er seine Schäfchen 2015 zur "geplanten Elternschaft" aufrief:

    "Manche Menschen glauben - entschuldigen Sie den Ausdruck -, dass sich gute Katholiken wie Karnickel vermehren müssen."

    Das Osterlamm war eigentlich ein Opfertier

    Ein weiteres Tier hat an Ostern einen prominenten Platz: Das Osterlamm. Es erinnert an das jüdische Pessachfest - mit dem Ostern eng verbunden ist. Schließlich wollte Jesus, bevor er in Jerusalem verhaftet wurde, mit seinen Jüngern Pessach feiern. Juden schlachten zu diesem Fest tradtionell als Opfertier ein Lamm. Im Christentum wird Jesus durch seinen Tod am Kreuz zum Opfertier im übertragenen Sinn. Dem christlichen Glauben nach hat er sich geopfert, um allen Gläubigen ein ewiges Leben zu ermöglichen. Er wird deshalb auch gerne als Opferlamm oder Lamm Gottes dargestellt.

    Mit dem Osterkorb zur Speisenweihe in den Gottesdienst

    In Bayern kommen in den Osterkorb traditionell Eier, Osterschinken - als Zeichen, dass die entbehrungsreiche Fastenzeit zu Ende ist, Salz - als Zeichen für die Würze des Lebens, Meerrettich oder auch Käse, sowie ein gebackenes Osterlamm - oft mit einer Christus-Fahne verziert. In manchen Familien gibt es stattdessen eher Osterbrot oder Osterfladen aus Hefeteig. Viele Familien packen außerdem noch eine selbst gebastelte Osterkerze in den Korb. Die Kerze steht für Licht und Wärme, für Christus als das Licht der Welt. Die Osterkerze im Gottesdienst wird traditionell am Osterfeuer angezündet.

    Warum man an Ostern lacht, obwohl gerade einer gestorben ist

    Zwar wird an Karfreitag des Todes Jesu gedacht, Karsamstag gilt als der Tag der stillen Trauer. Ostern aber ist das Fest der Freude. Denn Jesus ist von den Toten auferstanden. Um diese Freude zum Ausdruck zu bringen, gab es vor allem im Spätmittelalter die Tradition, in der Kirche laut zu lachen. Auch heute noch erzählen manche Pfarrer im Ostergottesdienst einen Witz, um so die Gemeinde zu lachen zu bringen.

    Denn der Tod - so die christliche Lesart - ist nun nichts mehr, wovor man sich fürchten müsste.